Berlin/München (dpa) - Intel hat sich mit der Übernahme der Handy- Sparte von Infineon wertvolles Know-how für den boomenden Mobilfunkmarkt eingekauft. «Das ist eine wunderbare Ergänzung», sagte Hannes Schwaderer, Geschäftsführer von Intel Deutschland, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ende August eingefädelte Übernahme der Sparte Wireless Solutions soll Anfang 2011 abgeschlossen werden. Infineon soll danach eigenständig unter dem Dach von Intel weiterarbeiten.

«Das ist eine gute Ehe», sagte Schwaderer. Vor allem werde damit auch der Standort Deutschland deutlich aufgewertet. «Wir freuen uns, dass Deutschland als Entwicklungsstandort für Intel mit der Übernahme erheblich an Bedeutung gewinnt.» In langen Verhandlungen hatte Intel bei dem Geschäft angeblich auch Interessenten wie Broadcom und Samsung Electronics ausgestochen. Rund 1600 Infineon-Mitarbeiter in Deutschland sind von der Übernahme betroffen, für sie soll sich aber nichts ändern.

Intel betreibt schon seit vielen Jahren an mehreren Standorten wie Ulm und Braunschweig erfolgreich Forschungseinrichtungen, die inzwischen maßgeblich an der Entwicklung neuer Chip-Produkte des amerikanischen Unternehmens beteiligt sind. Deutschland gehört auch zu den wichtigsten Märkten des Konzerns. «In Deutschland haben wir ein hervorragendes Konsumklima.» Vor allem die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten sei hierzulande besonders hoch, sagt Schwaderer.

Neben den traditionellen Märkten für PCs und mobile Computer will Intel künftig auch im Geschäft mit Smartphones deutlich wachsen. Bislang hatte es der Chiphersteller schwer, die Branche von seinen als stromhungrig bekannten Prozessoren zu überzeugen. Führende Hersteller wie Apple nutzen dagegen Technologien des Konkurrenten ARM, die deutlich weniger Energie verbrauchen.

Im kommenden Jahr werde es auch in Deutschland erste Smartphones mit Intel-Chips geben, kündigte Schwaderer an. Mit dem für 2011 angekündigten Chip «Medfield» will das Unternehmen ARM das Wasser abgraben. Der Prozessor soll im neuen 32-Nanometer- Fertigungsverfahren hergestellt werden und im Stromverbrauch mit den Rivalen gleichziehen.

Auch mit dem finnischen Weltmarktführer Nokia führt Intel eine intensive Kooperation. Aus der Gemeinschaftsarbeit war zuletzt das mobile Betriebssystem MeeGo hervorgegangen, das für mobile Geräte wie Tablet-PCs gedacht ist. Als erstes Produkt mit der neuen Plattform war vor wenigen Wochen das WeTab in Deutschland auf den Markt gekommen. Intel arbeite derzeit mit einer Reihe namhafter Hersteller bei der Entwicklung neuer Tablets zusammen.