Spartanburg/München (dpa) - Europa hat als Produktionsstandort für BMW-Geländewagen weitgehend ausgedient. Die meisten der Fahrzeuge rollen ab sofort in den USA vom Band und werden von dort aus in alle Welt exportiert.

Mit der Eröffnung der neuen X3-Fertigung kommt nun auch die mittelgroße Baureihe aus dem Werk Spartanburg in South Carolina. Dort werden bereits die größeren Modelle X5 und X6 hergestellt. Einzig der kleine X1 wird noch in Deutschland im Werk Leipzig zusammengeschraubt.

Dass auch dieser Wagen demnächst in den USA gebaut wird, schloss Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt am Mittwoch in Spartanburg aus. «Es wird wohl eher sinnvoll sein, ein weiteres Volumenmodell, das im amerikanischen Markt gefragt ist, hierher zu bringen», sagte Arndt und betonte gleichzeitig: «Das wird nicht zum Abbau in anderen Werken führen.»

Sowohl die klassischen 3er als auch 5er verkaufen sich in den USA gut; in den Anfangstagen von Spartanburg wurde der 3er hier bereits gebaut. «Die USA bleiben in absehbarer Zukunft der weltweit größte Premiummarkt», sagte Konzernchef Norbert Reithofer bei der Einweihung des Fabrikanbaus.

Für BMW ist der Markt besonders wichtig - nirgendwo anders auf der Welt verkaufen die Bayern mehr Autos. Besonders Geländewagen sind beliebt: Das Land ist groß und die Spritpreise sind niedrig. «Wir haben ambitionierte Ziele für die Vereinigten Staaten von Amerika», sagte Reithofer.

BMW hat sich den Bau der Montagehalle für die neue X3-Generation sowie eine Erweiterung von Karosseriebau und Lackiererei insgesamt 750 Millionen Dollar (540 Mio Euro) kosten lassen. Das Werk selbst steht seit 1994. Durch den Ausbau können ab 2011 jährlich bis zu 240 000 Autos die Hallen verlassen, bislang waren es 160 000.

Erst jüngst hatte der neue X3 Premiere gefeiert. Das Vorgängermodell, das sich seit der Einführung vor sechs Jahren zu einem Verkaufsschlager entwickelte, lief beim Zulieferer Magna-Steyr im österreichischen Graz vom Band. Dort wird jetzt der neue kleine Geländewagen Mini Countryman gebaut.