München (dpa) - Der TSV 1860 München macht sich Sorgen um seinen seit einer Woche spurlos verschwunden Spieler Savio Nsereko. «Wir haben seit Donnerstag keinen Kontakt mit ihm und wissen auch nicht, wo er sich aufhält», sagte 1860-Vereinssprecher Robert Hettich.

«Löwen»-Geschäftsführer Robert Niemann hatte zuvor im Online-Portal der Münchner «tz» von einem «ernsthaften Thema» gesprochen. Der Kontakt zwischen dem Fußball-Zweitligaclub und dem Spieler ist seit dem 7. Oktober abgerissen. Auf der Suche nach dem 21-Jährigen hat der Verein inzwischen die Polizei eingeschaltet.

Bei einem Besuch am 12. Oktober in Nserekos Haus in München hatten die Beamten den Stürmer nicht angetroffen, ließen aber danach verlauten, dass es Nsereko gut gehe. Dies basierte jedoch lediglich auf den Aussagen seiner Familie. «Wir haben noch keine Anzeige von der Vermisstenstelle bekommen», erläuterte Polizeisprecher Peter Reichl in der «tz». Am Nachmittag des 13. Oktober sollten Familienangehörige befragt werden.

Der vom AC Florenz ausgeliehene Nsereko war am 7. Oktober das erste Mal nicht zum Training erschienen und seitdem spurlos verschwunden. Kurz zuvor hatte der Spieler seinem Club noch mitgeteilt, sein Bruder sei in Uganda ermordet worden. Zunächst gab es keine Bestätigung für diese Aussage. Später stellte sich aber heraus, dass der Bruder Savios tatsächlich Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Das bestätigte die Mutter der beiden.

Weil Nsereko weiterhin kein Lebenszeichen von sich gab, wandte sich 1860 an die Öffentlichkeit und die Medien, den Club bei der Suche nach seinem Angestellten zu unterstützen. Auch am 13. Oktober fehlte Nsereko beim Training der «Löwen». Das unentschuldigte Fernbleiben vom Trainingsbetrieb könnte Konsequenzen für Nsereko haben. «Wir wollen ihn nicht vorab verurteilen. Es wird keine disziplinarischen Maßnahmen geben, solange wir keine Fakten kennen», erklärte Niemann.