Stuttgart (dpa) - Porsches Geschäft nimmt nach der Krise spürbar Fahrt auf. Im Autogeschäft steigerten die Stuttgarter im Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 ihren operativen Gewinn deutlich auf 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 700 Millionen Euro).

Auch bei der stark gebeutelten Dachgesellschaft Porsche SE bessert sich die Lage langsam. Der Verlust schrumpft, 2011 wird auch hier wieder ein Gewinn angepeilt. Wegen Belastungen im Zuge der geplanten Verschmelzung mit Volkswagen verbuchte die Holding, unter deren Dach die Porsche AG und die Anteile der Stuttgarter an VW gebündelt sind, ein Minus von 454 Millionen Euro. Das teilte der Autobauer am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung in Stuttgart mit.

Im Vorjahr hatte nach Steuern noch ein Verlust von 3,6 Milliarden Euro gestanden. Die Belastungen würden weiter abnehmen, kündigte der Sportwagenbauer an. Für das laufende Rumpfgeschäftsjahr bis 31. Dezember rechnet Porsche-SE-Chef Martin Winterkorn mit einem ausgeglichenen Ergebnis.

Zu dem Führungsgremium der Holding gehört seit Mittwoch auch der neue Chef der Porsche AG, Matthias Müller. Er nimmt dort den Platz seines Vorgängers Michael Macht ein und ist für Produkte und Technik verantwortlich. Macht wurde zum 1. Oktober in den VW-Vorstand berufen.

Nach dem verlorenen Übernahmekampf mit VW war beschlossen worden, das Geschäftsjahr bei Porsche von 2011 an wie bei Volkswagen an das Kalenderjahr anzupassen. Der Sportwagenbauer soll im Laufe des nächsten Jahres als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden.

Ein nächster wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin ist die Porsche-Hauptversammlung am 30. November. Hier sollen die Porsche- Aktionäre Kapitalerhöhung zustimmen, um den Schuldenberg Porsche SE zu verringern. Auf der Holding lasten wegen der gescheiterten VW- Übernahme noch immer Schulden von rund sechs Milliarden Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,094 Euro je Stammaktie (Vorjahr: 0,044 Euro) und von 0,10 Euro (Vorjahr: 0,05 Euro) vor.