Seoul (dpa) - Der Südkoreaner Chung Mong-Joon wird im kommenden Jahr bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten doch nicht gegen Amtsinhaber Joseph Blatter antreten. Spekulationen um eine Gegenkandidatur wies der FIFA-Vizepräsident zurück.

Er habe nicht einmal an die Möglichkeit einer Kandidatur gedacht, wurde Chung von der südkoreanischen Zeitung «Dong-A Ilbo» zitiert. «Meine ganzen Bemühungen gelten dem Ziel, die Weltmeisterschaft nach Korea zu holen.» Damit erhöhen sich Blatters Chancen, zum vierten Mal seit 1998 an die Spitze des Fußball-Weltverbands gewählt zu werden.

Zuvor hatte auch Asiens Verbandschef Mohamed Bin Hammam aus Katar seine ursprünglich geplante Kandidatur zurückgezogen. Vor einer Woche hatte Chung bei einem Besuch in London noch angedeutet, eventuell gegen den 74 Jahre alten Schweizer Blatter antreten zu wollen. Er habe vorher noch nicht ernsthaft über eine Gegenkandidatur nachgedacht, doch werde er jetzt darüber nachdenken, sagte der 58-Jährige.

Blatter hatte seine Bereitschaft für eine vierte Amtszeit bereits bekräftigt. Die Wahl findet beim FIFA-Kongress im Juni in Zürich statt. Vor acht Jahren war Chung einer von fünf FIFA-Vizepräsidenten, die eine Klage gegen Blatter wegen Amtsmissbrauchs und Misswirtschaft eingereicht hatten.

Südkorea bewirbt sich um die Ausrichtung der WM 2022. Das Land war bereits 2002 zusammen mit Japan Gastgeber des Turniers. Die FIFA-Exekutive vergibt die WM-Turniere 2018 und 2022 am 2. Dezember.