Berlin (dpa) Der ehemalige deutsche Sprecher von Wikileaks, Daniel Domscheit-Berg, hält auch nach seiner Trennung von diesem Enthüllungsportal an dessen Prinzipien fest. In einem Beitrag für die Wochenzeitung «Freitag» schrieb Domscheit-Berg, wichtig sei allerdings eine enge Zusammenarbeit mit den Medien.

«Eine Whistleblowing-Plattform ist Zuarbeiter für Medien», erklärte Domscheit-Berg. Als Whistleblower werden Personen bezeichnet, die im Besitz vertraulicher Informationen sind und diese an Journalisten weitergeben. «Die Verknüpfung von Whistleblower- Plattform und Medien bewirkt auch die gegenseitige Kontrolle und Stützung beider Seiten.»

Domscheit-Berg hat sich Ende September wegen Meinungsverschiedenheiten mit Wikileaks-Gründer Julian Assange das Projekt verlassen. «Wikileaks hat das Whistleblowing verändert, einen Kulturwandel angestoßen und die Grenzen des Möglichen wie auch des Akzeptierten nachhaltig verschoben», erklärte Domscheit-Berg und fügte hinzu: «Dieser Vorstoß der Zivilgesellschaft ist sehr wichtig.»

Das Projekt sei allerdings an seine Grenzen gestoßen. Der Whistleblower-Aktivist sprach sich für eine Diskussion über die Frage aus, «welcher Grad an Geheimhaltung für das gesunde Funktionieren unserer Gesellschaft akzeptabel ist und welcher Grad an Geheimhaltung nur legal sein darf».

Beitrag in «Freitag»