München (dpa) - Die «Alte Dame» ist putzmunter. Hertha BSC hat als einzige noch ungeschlagene Mannschaft im deutschen Profifußball die Tabellenführung in der 2. Bundesliga fest im Griff.

Zweitliga-«Dino» SpVgg Greuther Fürth als erster Verfolger will mehr als nur eine Tabellenführung für eine Nacht und bläst zum Angriff auf den Spitzenreiter. «Wir wollen da gewinnen», kündigte Stürmer Kingsley Onuegbu vollmundig vor dem Gipfeltreffen in Berlin an. «Den Platz an der Spitze wollen wir nicht mehr weggeben», konterte Hertha-Abräumer Peter Niemeyer.

Fürth hatte mit dem 3:0 gegen Osnabrück erstmals nach 2174 Tagen kurzzeitig Platz eins übernommen. Hertha kehrte am 8. Spieltag mit dem 1:0-Duselsieg beim FSV Frankfurt an die Spitze zurück. Hinter dem drittplatzierten FC Erzgebirge Aue schoss sich Energie Cottbus mit einem 3:1 gegen den SC Paderborn an die Aufstiegsplätze heran. Der MSV Duisburg kann im Montagsspiel mit einem Sieg bei Schlusslicht Arminia Bielefeld auf Platz drei vorrücken.

Im Verfolgerduell zwischen Rot-Weiß Oberhausen und 1860 München fielen keine Tore. «Wir sind ein Stück weit verkrampft und tun uns in Überzahl immer schwer», entschuldigte Kasachstans Nationalspieler Heinrich Schmidtgal den schwachen RWO-Auftritt in der zweiten Hälfte trotz Überzahlt nach dem Platzverweis von «Löwe» Aleksandar Ignjovski (49. Minute) 1860-Coach Reiner Maurer hätte gerne drei Punkte mitgenommen, «aber uns fehlte ein bisschen der Killerinstinkt und das Quäntchen Glück».    

Daniel Adlung nach 23 Sekunden mit dem zweitschnellsten Saisontor, Uwe Hünemeier (56.) und Emil Jula führten Cottbus nach zwei Niederlagen hintereinander wieder in die Erfolgsspur. «Mit unserer Qualtität in der Offensive sind wir mit vielen Mannschaften auf Augenhöhe», sagte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem Arbeitssieg: «Wir werden solange beißen, bis die Saison zu Ende ist, und dann sehen, was dabei rauskommt.»

Beim 2:1 gegen den auswärts noch punktlosen Aufsteiger FC Ingolstadt schossen Benjamin Auer (5.) und Zoltan Stieber (79.) die seit vier Partien ungeschlagene Aachener Alemannia auf den achten Tabellenplatz.

Das späte Kopfballtor von Adrian Ramos rettete Hertha drei Punkte in Frankfurt. Den größten Anteil an Herthas sechstem Saisonsieg hatte aber Torwart-Oldie Marco Sejna. Trainer Markus Babbel vertraute in einer «Bauchentscheidung» dem mit 38 Jahren ältesten Zweitligaprofi als Vertreter des verletzten Maikel Aerts. Sejna bedankte sich 5601 Tage nach seinem letzten Einsatz mit einer tadellosen Leistung. «Es waren ganz wichtige Punkte, die am Ende vielleicht für das Erreichen unseres Ziels wichtig sind», sagte Babbel.