Düsseldorf (dpa) - Höhenflug beendet, Bestmarke nicht geschafft, Spitze eingebüßt: Der Hamburger Paolo Guerrero wurde für Mainz 05 zum großen Spielverderber. Das späte Tor des Peruaners zum 1:0 seines HSV am Bruchweg nahm den «Spaßfußballern» von Thomas Tuchel die gute Laune:

Der FSV verpasste den Bundesliga-Startrekord von acht Siegen, fiel hinter Borussia Dortmund punktgleich auf Platz zwei zurück und musste erstmals seit dem 3. April (0:2 in Nürnberg) wieder alle drei Punkte abgeben. «Sehr bitter», kommentierte Jungstar Lewis Holtby den aus Mainzer Sicht enttäuschenden 8. Bundesliga-Spieltag. Tuchel blieb gelassen: «Die Welt bricht nicht zusammen.»

1899 Hoffenheim eroberte mit dem ersten Sieg seit vier Spielen den vierten Tabellenplatz. Demba Ba (46.), ein Eigentor von Bamba Anderson (67.) und Sejad Salihovic (83./Foulelfmeter) bescherten der Elf von Trainer Ralf Rangnick den 3:2 (0:1)-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach. Raul Bobadilla (12.) und Mohamadou Idrissou (90.+1) trafen für die seit sechs Spielen sieglosen Gladbacher. Die Borussen-Profis Juan Arango (62.) und Sebastian Schachten (81.) sahen jeweils die Rote Karte.

Zuvor setzte sich Eintracht Frankfurt durch Theofanis Gekas (45./67.) und Alexander Meier (83.) mit 3:0 (1:0) im Südwest-Derby beim 1. FC Kaiserslautern durch und eroberte den siebten Platz. Bei den seit sechs Spielen sieglosen Pfälzern vergab Srdjan Lakic einen Foulelfmeter. Den Hessen gelang der dritte Sieg in Serie.

Im Krisengipfel von Gelsenkirchen gelang dem neuen Trainer Jens Keller mit dem VfB Stuttgart beim 2:2 bei Schalke 04 ein Teilerfolg. Die Schwaben genossen den «Hallo-Wach-Effekt», wie VfB-Torschütze Martin Harnik den Wechsel von Christian Gross zu Keller bezeichnete, bleiben hinter dem 1. FC Köln trotzdem Letzter. Schalke findet sich auf Rang 16 wieder. «Die Situation ist nach wie vor schwierig», räumte Schalkes Coach Felix Magath ein. In Köln bekam Zvonimir Soldo trotz des 1:2 gegen den BVB Rückendeckung von Manager Michael Meier: «Die Trainerfrage stellt sich nicht.»

Meister Bayern München meldete sich nach den Pleiten gegen Dortmund und Mainz mit drei Gomez-Treffern beim 3:0 gegen Hannover 96 zurück. Der Rückstand auf das Spitzenduo ist mit zehn Zählern aber weiterhin sehr groß. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge reagierte dennoch mit den üblichen Mustern: «Wir müssen zusehen, dass wir uns bis Weihnachten Punkt für Punkt nach oben hangeln.» Die Gegner sollen sich spätestens beim Genuss der Weihnachtsgans Gedanken machen: «Jedes Gramm, das sie zu viel essen, könnte in der Rückrunde problematisch werden.»

Der Status quo des Rekord-Titelträgers ist außergewöhnlich: Mittelmaß wie auch Werder Bremen trotz des 2:1 gegen Freiburg. Da geht es Leverkusen und Aufsteiger FC St. Pauli klar besser. Die Bayer-Werkself triumphierte dank zweier Treffer von Simon Rolfes 3:2 in Wolfsburg, den Kiez-Kickern gelang mit dem gleichen Resultat gegen den 1. FC Nürnberg der erste Heimsieg seit dem 23. April.