München (dpa) - Im eskalierten Streit mit dem niederländischen Fußball-Verband (KNVB) sieht Bayern München im «Fall Robben» nur noch geringe Chancen auf eine Lösung ohne Rechtsstreit.

«Wir möchten am Monatsende wissen, ob eine Einigung möglich ist», sagte Bayerns Vorstands-Chef dem niederländischen Fernsehsender NOS, «sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, dann würde das Bosmansche Ausmaße haben». Die geltenden Regeln des Weltverbandes FIFA seien an den Verbänden ausgerichtet, erläuterte Rummenigge. Ein Urteil pro Bayern könnte zu «einer neuen Fußballwelt» mit «etwas mehr Pro-Club» führen.

Rummenigge hofft aber, dass KNVB-Präsident Michael van Praag als Schlichter die verhärteten Fronten doch noch aufweichen kann. «Auf der anderen Ebene scheinen mir die Zeiten etwas härter geworden zu sein», sagte Rummenigge hinsichtlich der bisherigen holländischen Gesprächspartner. Insbesondere KNVB-Direktor Bert van Ostveen hatte den Streit zuletzt von holländischer Seite weiter verschärft und den Bayern sogar «asoziales» Verhalten vorgeworfen.

Mit KNVB-Präsident van Praag sei er dagegen schon sehr lange bekannt und auch befreundet, erläuterte Rummenigge. «Er ist der Einzige, der hier noch die harten Fronten aufweichen und zu einer Lösung beitragen kann», meinte Rummenigge. Van Praag ist auch Mitglied der Exekutive des europäischen Verbandes UEFA.

Bei der Forderung nach einer Millionen-Entschädigung für den durch eine WM-Verletzung seit Saisonbeginn ausfallenden Nationalspieler Arjen Robben wollen die Bayern noch bis «Ende des Monats» abwarten. «Unser Ziel haben wir mit den Holländern diskutiert, eine faire, gütliche Lösung in der Problematik zu erzielen», sagte Rummenigge. Der niederländische Verband müsse den finanziellen Schaden übernehmen. «Den sportlichen haben wir ja schon. Wir müssen fünf Monate auf den vielleicht besten Spieler der letzten Saison verzichten», erklärte Bayerns Vorstandsvorsitzender.

Eine finanzielle Entschädigung könne sich der holländische Verband als Vizeweltmeister leisten, findet Rummenigge: «Sie haben 25 Millionen von der FIFA für die WM-Teilnahme bekommen. Die Kasse scheint nicht knapp gefüllt zu sein.»