München/Frankfurt (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi befürchtet einem Zeitungsbericht zufolge Jobabbau und zunehmendes Lohndumping bei den deutschen Banken als Folge einer Gesetzesinitiative des Bundesrats.

Die «Süddeutsche Zeitung» (Montag) schreibt, mit der Initiative sollen Servicegesellschaften, die Finanzdienstleister ausgelagert haben, von der Umsatzsteuer befreit werden. Dem Fiskus entgingen so zudem fast eine Milliarde Euro Steuern im Jahr, schätzt die Gewerkschaft dem Bericht zufolge.

Die Zeitung schreibt, schon seit Jahren erledigten Banken zunehmend Arbeiten nicht mehr selbst, sondern gründeten dafür ausgelagerte Servicegesellschaften - etwa zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs, zur Versorgung mit Bargeld, zur Verwaltung des Telefonverkehrs oder für EDV-Dienstleistungen. Auf diese Weise würden geltende Tarifverträge umgangen. Bisher seien aber 19 Prozent Umsatzsteuer fällig, sobald eine Bank Geschäfte mit anderen Firmen abwickele.

Nun habe der Bundesrat im Zuge des Jahressteuergesetzes 2010 beantragt, die Leistungen, die Servicegesellschaften für Finanzdienstleister erbringen, von der Umsatzsteuer zu befreien. Der Bundestag müsse noch zustimmen, heißt es in dem Bericht. Die Zeitung beruft sich auf einen Brief, den Verdi an die zuständigen Ministerien und Ausschüsse des Bundestages gesandt habe.