Stockholm (dpa) - Die schwedischen Behörden verweigern dem Internet-Aktivisten und Wikileaks-Gründer Julian Assange die gewünschte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Das bestätigte ein Sprecher der Zuwanderungsbehörde am Dienstag in Stockholm.

Gegen den 1971 geborenen Australier ermittelt die Staatsanwaltschaft in dem skandinavischen Land seit zwei Monaten wegen Verdachts auf Vergewaltigung und sexueller Belästigung von zwei Frauen.

Der Behördensprecher wollte nicht auf die Frage antworten, ob die Verweigerung der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in einem Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen. Er sagte: «Das sind keine öffentlich zugänglichen Informationen. Wir kommentieren die Gründe für unsere Entscheidung nicht.»

Wechselnde Staatsanwälte haben seit August einen Haftbefehl erlassen und wieder aufgehoben sowie die Vorwürfe gegen den Australier mehrfach neu definiert. Die derzeit zuständige Staatsanwältin Marianne Ny in Göteborg hat öffentliche Kommentare zum Stand des Verfahrens mehrfach verweigert.

Assange selbst hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, er halte sie für ein Komplott, um ihn nach der Veröffentlichung von US- Geheimdokumenten zum Afghanistan-Krieg mundtot zu machen. Er hatte im Sommer an Seminaren in Stockholm teilgenommen und erklärte nach Bekanntwerden der Ermittlungen überraschend, dass er sich in Schweden niederlassen wolle. Sein genauer Aufenthaltsort ist öffentlich nicht bekannt. Zuletzt gab Assange Interviews am Rande einer Konferenz in London.

Erklärung Assange