Charlotte (dpa) - Die Bank of America leidet schwer unter der von Washington gewollten Zügelung des Finanzmarkts. Im dritten Quartal 2010 schrieb das weit verzweigte Institut einen Verlust von unterm Strich 7,6 Milliarden Dollar (5,2 Mrd Euro).

Das ist deutlich mehr als die 2,2 Milliarden Dollar Minus aus dem Vorjahreszeitraum - und damals herrschte noch die Krise. Grund für den Absturz war eine gigantische Abschreibung auf das Kreditkarten-Geschäft. Die Sparte wird durch die im Sommer verabschiedeten Finanzmarkt-Gesetze ausgebremst. So hat es US- Präsident Barack Obama den Banken erschwert, die Zinsen im Nachhinein klammheimlich anzuheben. Auch müssen sich die Finanzunternehmen bescheiden, was Strafgebühren angeht, wenn ein Kunde etwa seine Rechnung zu spät bezahlt.

Die Bank stelle sich auf die neuen Gegebenheiten ein, sagte Bank- Chef Brian Moynihan am Dienstag. Die Bank of America gehört zu den größten Kreditkarten-Anbietern der USA mit Filialen im ganzen Land. Die Aktie rutschte am Dienstag vorbörslich 3 Prozent ins Minus.

Grundsätzlich zeigte sich Moynihan aber zuversichtlich für sein Haus: Ohne die Abschreibung hätte die Bank of America 3,1 Milliarden Dollar verdient. Das ist mehr als doppelt so viel wie Analysten erwartet hatten. Das Institut konnte vor allem die Rückstellungen für faule Kredite zurückfahren. Sie halbierten sich auf 5,4 Milliarden Dollar. Wie bei der Konkurrenz zahlen die Schuldner wieder zuverlässiger.

Der Bank of America droht aber neues Ungemach: Die Staatsanwälte der 50 US-Bundesstaaten gehen dem Verdacht nach, dass das Institut und einige Wettbewerber bei den Zwangsvollstreckungen säumiger Schuldner zu weit gegangen sind. Der Vorwurf lautet, die Banken hätten ohne gültige Dokumente und ausreichende Prüfung Tausende Häuser gepfändet. Gut jeder zehnte Hausbesitzer in den Staaten ist mit seinen Raten im Rückstand.

Die Bank of America gehört zu den Verlieren der Finanzkrise. Sie hatte sich mit der spektakulären Milliardenübernahme der Investmentbank Merrill Lynch Anfang 2009 verhoben und musste vom Staat zwischenzeitlich gestützt werden. Derzeit trennt sich das Haus von Randsparten, um schlagkräftiger zu werden.

Die Finanzmarkt-Regulierung, die eine neue Krise verhindern soll, trifft die Bank of America ungewöhnlich hart. Dagegen haben mit JPMorgan und der Citigroup zwei der größten Konkurrenten in den abgelaufenen drei Monaten Milliardengewinne eingefahren. Im Laufe des Dienstag legt noch die Investmentbank Goldman Sachs ihre Zahlen vor, an diesem Mittwoch folgen Wells Fargo und Morgan Stanley.