Düsseldorf (dpa) - Reinhard Rauball hält die Forderung nach mehr TV-Geldern für Fußball-Traditionsclubs «für eine interessante Diskussionsgrundlage».

Der Präsident des Ligaverbandes und von Borussia Dortmund reagierte mit dieser Aussage in der «Bild»-Zeitung auf Hans-Joachim Watzkes Forderung. Der BVB- Geschäftsführer hatte in der «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» die Vorstellung geäußert, dass Traditionsvereine mehr Geld bekommen sollten als Werksclubs wie Bayer Leverkusen oder VfL Wolfsburg.

Dennoch hält Rauball den Streit über die Verteilung der Fernsehgelder gegenwärtig für überflüssig. «Für die Laufzeit des bestehenden TV-Vertrages, also bis 2013, werden wir in eine Verteilungsdiskussion nicht neu einsteigen. Der Kompromiss des vergangenen Jahres trägt sowohl dem Leistungs- und dem Solidaritätsgedanken Rechnung», sagte er, meinte aber zu den Äußerungen seines Vereinskollegen auch: «Für den kommenden TV-Vertrag kann dieses Gedanken-Modell durchaus eine interessante Diskussionsgrundlage sein.»

Dabei sieht Rauball aber die Schwierigkeit, den Begriff Traditionsclub zu bestimmen: «Das lässt sich nicht nach Meisterschaften und Bundesliga-Jahren berechnen. Für mich sind zum Beispiel auch Alemannia Aachen und Dynamo Dresden Traditionsvereine.»

Überhaupt nichts hält Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser von der durch Watzke erneut entfachten Debatte. «Das ist Unsinn zur Unzeit», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. «Es ist vollkommen überflüssig, solche Diskussion zu bewegen. Wir haben einen eindeutigen Beschluss.»

Auch nach Ende der TV-Vereinbarung der Bundesligisten 2013 sieht Holzhäuser keinen Grund, am bisherigen Verteilungsmodell grundlegend etwas zu ändern. «Ich will auch in Zukunft darüber keine Diskussion. Sonst müssten wir auch über Zuwendungen und Zuschüssen von Städten für Mieten für einige Fußballclubs reden», meinte Holzhäuser. «Auf so eine Debatte bin ich vorbereitet.»