Berlin (dpa) - Das laufende Geschäftsjahr wird der Autobranche nach Expertenschätzung Rekordgewinne bringen. «Wir erwarten, dass das Jahr 2010 hinsichtlich der Gewinne zum besten Jahr der Automobilgeschichte wird».

Das sagte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management Bergisch-Gladbach, der «Berliner Zeitung». In der Krise hätten die Hersteller massiv Kosten reduziert - dies wirke sich jetzt doppelt positiv aus, weil bei niedrigeren Fixkosten die Absatzzahlen enorm gestiegen seien.

Dennoch droht die deutsche Automobilindustrie Bratzel zufolge in den kommenden zehn Jahren an Bedeutung zu verlieren: «Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten zehn Jahren zehn bis zwanzig Prozent weniger Beschäftigte in der deutschen Autoindustrie haben werden.» Grund dafür sei, dass der Wissensvorsprung der deutschen Hersteller bei herkömmlichen Antriebstechnologien entwertet werde, da neue Antriebstechnologien wie Elektromobilität entstünden.

Auf dem wichtigen US-Markt konnten die deutschen Hersteller ihre Absätze im September kräftig steigern. Volkswagen verkaufte 19 943 Fahrzeuge der Kernmarke VW, das war ein Plus von 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Seit Jahresbeginn legte der Absatz von VW in den USA um 20,6 Prozent auf 192 690 Fahrzeuge zu.

Daimler verkaufte von der Kernmarke Mercedes-Benz 20 666 Fahrzeuge, wie das Unternehmen in Montvale (New Jersey) mitteilte. Dies entspricht einem Plus von 22 Prozent zum Vorjahresmonat. Für Mercedes war es der beste Monat in diesem Jahr in den USA. Seit Jahresbeginn hat Mercedes-Benz in den USA gut 22,1 Prozent mehr Wagen abgesetzt. Die Stuttgarter verkauften insgesamt von Januar und Ende September 165.355 Fahrzeuge.

BMW steigerte im September seinen Absatz auf dem US-Markt kräftig. Insgesamt seien die Verkäufe im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 20,5 Prozent auf 23 112 Fahrzeuge gestiegen. Der Absatz der Kernmarke BMW legte um 21,1 Prozent auf 18 228 Fahrzeuge zu. In den vergangenen neun Monaten seit Jahresbeginn bedeutet dies ein Plus von 9,2 Prozent auf 157 464 Fahrzeuge.

Auch der Sportwagenbauer Porsche legte auf dem US-Markt erneut zu: Die Stuttgarter steigerten ihre Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um ein Viertel auf 1971 Fahrzeuge. Besonders groß war das Interesse erneut an der neuen Generation des Geländewagens Cayenne.