München (dpa) - Das Wetter meint es gut mit den Münchnern: Zum Ende des Oktoberfests gab es nach einer kalten Woche noch einmal strahlenden Sonnenschein. Das größte Volksfest der Welt geht an diesem Montag zu Ende, einen Tag später als üblich.

Zum 200-jährigen Bestehen bekamen Wirte, Schausteller, Marktkaufleute und Gäste einen Extratag geschenkt. Am Montagnachmittag gibt es für eine Stunde überall Freifahrten und kostenlosen Eintritt.

Mehr als sechs Millionen Menschen kamen zur Jubiläums-Wiesn: Festleiterin Gabriele Weishäupl schätzte die Besucherzahl bis Sonntagabend auf mindestes 6,1 Millionen. «Dann kommt noch der Montag, den wir noch nicht einschätzen können.» Am Wochenende herrschte massiver Andrang. «Ein richtiger Schwung kommt da auf die Wiesn zu», berichtete die Festleiterin. Dichtes Gedränge herrschte auch auf der historischen Wiesn, die im Südteil des Festgeländes mit nostalgischen Fahrgeschäften an die Ursprünge erinnert.

Getrübt wird die Bilanz von besonders vielen Maßkrugschlägereien. Insgesamt registrierten die Beamten der Wiesn-Wache einen Anstieg der Körperverletzungen mit Maßkrügen auf 59 - im vergangenen Jahr waren es 38. Am Samstagabend erlitt ein 26-jähriger Mann eine Gehirnblutung und wird auf einem Auge blind bleiben; ein weiterer wurde erheblich im Gesicht verletzt. Einmal war der Krug auch zur Waffe im Streit um das ansonsten unerwartet gut funktionierende Rauchverbot geworden: Der Freund zweier Raucherinnen schüttete einer Bedienung das Bier über den Kopf und verletzte sie mit dem Krug.

Bis auf einige Promis, die sich ungerührt im Festzelt Zigarre oder Zigarette ansteckten, hielten sich die allermeisten Gäste an das Rauchverbot. Einige «tauchten» freilich zum Rauchen unter den Tisch ab, einige wenige wurden auch des Zeltes verwiesen, wie Wirtesprecher Toni Roiderer vergangene Woche berichtete. Seine Bilanz: «Sehr positiv. Ich hätte nicht geglaubt, dass das so gut geht.»

Weitere gute Nachricht: Vom Bier auf der historischen Wiesn, das nach altem Rezept gebraut wurde, ist wohl genug da. «Es müsste grad schön reichen», sagte Manfred Newrzella vom Verein Münchner Brauereien am Samstag. «Es bleibt keiner auf dem Trockenen sitzen.» Das «Münchner Bier» war nur für das Jubiläum gebraut worden, das Rezept soll für immer geheim verplombt im Museum aufbewahrt werden. Die eigens hergestellten Bierkrüge, die sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreuten und zu Hunderten in deren Taschen verschwanden, sollen am Montag verkauft werden - sie werden nicht mehr gebraucht.

Denn auch wenn es nächstes Jahr wieder einen historisches Festzelt geben sollte - eine Chance für eine Neuauflage des «Münchner Biers» sieht Newrzella nicht: «Das kann ich mir nicht vorstellen. Es ist ein riesiger Aufwand gewesen.» Rund 500 000 Gäste kamen laut Weishäupl allein auf die sehr traditionell und bayerisch geprägte historische Wiesn. «Das ist ein deutlicher Auftrag der Münchner an uns.» Allerdings müsse der Stadtrat entscheiden, wie es damit weitergeht. Nicht zuletzt gibt es finanzielle Fragen.