München (dpa) - Sieben Spiele, fünf Siege - Favoritenschreck FC Erzgebirge Aue macht Jagd auf Spitzenreiter Hertha BSC. Am 7. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga setzte der Aufsteiger mit dem 3:2 gegen den kriselnden FC Augsburg seinen Vormarsch fort.

Damit zog Aue mit 16 Zählern als Tabellendritter hinter der SpVgg Greuther Fürth (16) mit den Berlinern nach Punkten gleich. «Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte und kommen unserem Ziel, dem Klassenerhalt, Stück für Stück näher», stellte Aue-Profi René Klingbeil nach dem dritten Saison-Heimsieg zufrieden fest.

Energie Cottbus verlor durch das 2:3 beim FSV Frankfurt den Anschluss an die Aufstiegsplätze, und Claus-Dieter Wollitz war nach der zweiten Pleite in Serie bedient. «Unerfahrenheit, Naivität, Passivität, Aussetzer», fasste der Energie-Trainer die Defizite seiner Mannschaft zusammen: «In der ersten Halbzeit waren wir richtig dominant, da habe ich einen Klassenunterschied gesehen. Aber dann haben wir unnötig drei Punkte verschenkt.»

Der seit vier Partien ungeschlagene TSV 1860 München kam mit dem 1:0 über Union Berlin dank des dritten Saisontreffers von Benjamin Lauth bis auf drei Punkte an die Spitzengruppe heran. Der noch ungeschlagene Tabellenführer Hertha BSC empfängt am Montag Alemannia Aachen.

Die Sensationsmannschaft aus Aue ist nicht zu stoppen. Nach Augsburgs Führung durch Michael Thurk (12. Minute) leiteten Thomas Paulus (41./Foulelfmeter) und Adli Lachheb (44.) mit einem Doppelschlag vor der Pause die Wende ein. Nach dem 3:1 durch Jan Hochscheidt (51.) gelang erneut Thurk mit seinem vierten Saisontor nur noch der Anschlusstreffer. Beim FCA ist nach drei Niederlagen nacheinander die Krise nicht mehr wegzureden.  

Auch Cottbus hat nach der ersten Saison-Auswärtsniederlage den Kontakt zur Spitzengruppe verloren. Dank der Tore von Sascha Mölders (47./77.) und einem Eigentor von Markus Brzenska (51.) bestätigte Frankfurt mit dem zweiten Sieg hintereinander den Aufwärtstrend. Rik Kronaveter (17.) und Uwe Hünemeier (80.) trafen für Energie.

Riesenerleichterung herrscht in Düsseldorf. Mit dem 3:2 beim VfL Osnabrück brachten die Fortunen die ersten Zähler auf das bis dahin leere Punktekonto. Mit «Norbert-Meier»-Sprechchören feierten die Fortuna-Fans ihren Trainer. Der empörte sich nach der Pressekonferenz über den Kommentar von VfL-Coach Karsten Baumann, der gesagt hatte: «Wir haben den Schiedsrichter unterstützt bei der Aktion: 'Rettet die Fortuna'». Meier wies Baumanns Worte als «Unverschämtheit» zurück: «Wir retten uns selber. Der Schiedsrichter hat eine tadellose Leistung abgeliefert. Die sollen lieber zusehen, dass die selbst ihren Arsch retten, die Vögel.»