Geelong (dpa) - Stark begonnen, aber im Zielsprint dann ohne Fortune: Nach zweimal Silber und zweimal Bronze zum Auftakt sind die deutschen Radsportler bei der WM in Australien in den Elite-Rennen leer ausgegangen.

Zum Abschluss der Straßen-Titelkämpfe in Geelong, die unter dem Schatten der neuesten Doping-Enthüllungen lagen, wurde der Norweger Thor Hushovd Weltmeister. André Greipel als größte Medaillenhoffnung des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) hatte ebenso wie seine acht Mitstreiter mit der Entscheidung nichts zu tun. Wesentlich unglücklicher als die chancenlosen deutschen Männer war einen Tag zuvor Judith Arndt an einer Medaille vorbeigeschrammt.

«Die Mannschaft hat sehr gut gearbeitet und alles gegeben», sagte Udo Sprenger nach dem Finale der Männer. Der BDR- Vizepräsident, der vor der WM mit «zwei bis drei Medaillen» gerechnet hatte, meinte: «Wir fahren zufrieden nach Hause, wir haben die Vorgaben erfüllt.» Dass zwei der vier deutschen Podiumsplatzierungen in U23-Rennen herausgefahren wurden, relativiert jedoch etwas die Zufriedenheit der Funktionäre, auch wenn die Marke des Vorjahres aus Mendrisio (zweimal Bronze) übertroffen wurde.

Im Elitebereich hatten Arndt (Silber) und Tony Martin (Bronze) in den Zeitfahren Medaillen gewonnen. Ihr zweites Edelmetall und sogar den WM-Titel vor Augen, war die Leipzigerin beim Straßenrennen erst auf dem letzten Kilometer von einer heranrasenden Gruppe eingeholt worden.

Auch Martin war im Kampf gegen die Uhr vom Pech verfolgt, als ein technischer Defekt ihn wertvolle Sekunden kostete. Die Bronzemedaille hinter Fabian Cancellara und David Millar glänzt daher zumindest ein wenig silbern. Für den Abschluss der Männer am Sonntag hatte Martin angekündigt, voll und ganz für Kapitän Greipel fahren zu wollen, was ihm zunächst gelang. Die Strapazen der vorigen Tage hatten dann beim Eschborner aber doch Spuren hinterlassen, er konnte das Rennen über 257,2 Kilometer nicht beenden.

Damit müssen die Deutschen weiter auf den ersten WM-Titel im Profibereich seit Rudi Altigs Erfolg 1966 auf dem Nürburgring warten. Fabian Wegmann hatte mit einem 14. Platz am besten abgeschnitten. Greipel, der wie Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara Opfer einer hektischen Schlussphase geworden war, konnte mit der Spitzengruppe nicht mithalten und landete mit 7:22 Minuten Rückstand auf Platz 43.

Der 32-jährige Hushovd war im Sprint nicht zu bezwingen, Matti Breschel aus Dänemark und der Lokalmatador Allan Davis landeten auf den Plätzen zwei und drei. «Das ist ein Traum», sagte der bullige Norweger, der als erster Skandinavier überhaupt Weltmeister wurde. «Ich glaube, das war ein perfektes Rennen. Ich bin sprachlos», sagte der Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France.