München (dpa) - In Berlin geht es um Platz eins, in München und Ingolstadt um die Trainer - für Christian Ziege und Michael Wiesinger könnte der 9. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga der letzte Arbeitstag sein.

In München steht am 23. Oktober der Job von Bielefelds Trainer Ziege auf dem Spiel, 75 Kilometer weiter nördlich und zur gleichen Zeit kämpft Aufsteiger FC Ingolstadt gegen den FSV Frankfurt auch um die Zukunft seines Trainers Wiesinger.

Bereits am 22. Oktober kommt es in Berlin zum Gipfeltreffen zwischen Spitzenreiter Hertha BSC und Verfolger SpVgg Greuther Fürth. «Mit einem Sieg könnten wir uns etwas absetzen», rechnete Hertha-Trainer Markus Babbel vor. Sein noch ungeschlagenes Team ist seit 368 Minuten ohne Gegentor. Fürth kreuzt mit zuletzt drei Siegen im Rücken im Olympiastadion auf, wo 40 000 Zuschauer erwartet werden. «Wir fahren nach Berlin, um dort etwas mitzunehmen», betonte Trainer Mike Büskens.

In der vergangenen Saison hatten zum gleichen Zeitpunkt bereits fünf Trainer den Laufpass bekommen. In dieser Spielzeit übten sich die Clubs bisher in Geduld. In Bielefeld dürfte aber nach sieben Niederlagen in acht Spielen das Maß voll sein. Ziege wird in der Münchner Allianz Arena auf der Bank sitzen, bei einer Pleite des Tabellenletzten gegen den TSV 1860 München sind seine Tage wohl gezählt.

Nach so einer Serie sei es normal, dass über den Trainer diskutiert werde, hatte der Europameister von 1996 in dieser Woche orakelt, «mir ist das aber zu einfach, dass immer nur der Eine Schuld haben soll». Auch Wiesinger kennt die Mechanismen im Fußball- Geschäft. Auf einer Krisensitzung am Dienstag gewährte der Aufsichtsrat des FC Ingolstadt dem ehemaligen Bundesligaprofi eine Schonfrist. «Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren», mahnte Manager Harald Gärtner vor dem Spiel gegen den FSV Frankfurt.

Einen neuen Anlauf im Kampf um die Aufstiegsplätze müssen die Münchner «Löwen» nach dem Abzug von zwei Punkten unternehmen. Sportdirektor Miroslav Stevic erwartet eine Trotzreaktion der seit fünf Spielen ungeschlagenen Mannschaft. «Wir müssen zusehen, dass uns das nicht aus der Bahn wirft», meinte Trainer Reiner Maurer vor der Partie gegen Bielefeld.

Trotz vier Niederlagen in Serie und acht Punkten Rückstand auf Rang drei gibt es beim FC Augsburg keine Trainerdebatte. Manager Andreas Rettig stärkte Coach Jos Luhukay vor der Partie gegen Union Berlin demonstrativ den Rücken: «Wenn er will, kann er morgen seinen Vertrag verlängern». Union will die FCA-Krise nutzen, doch Teammanager Christian Beeck warnte: «Augsburg wirkt in der jetzigen Phase wie ein angeschlagener Boxer».