Stockholm (dpa) - Eine royale Traumhochzeit bringt nicht nur traumhaft schöne Hochzeitsgeschenke mit sich. Sondern auch sehr viele gehäkelte Topflappen, etliche Brotröster, einen Pizzaschneider mit Gravur und bizarre Überraschungen wie selbst gefertigte grüne Porzellanfrösche mit Krone.

Schwedens Kronprinzessin Victoria (33) und ihr Prinz Daniel (37) zeigen vier Monate nach ihrem Jawort eine kleine Auswahl der fast 2000 Geschenke, die im Stockholmer Schloss angekommen sind.

Ob sie den Schaukelstuhl mit zwei Schwänen als Armlehne jemals benutzen werden? Und was nur soll Victoria mit dem knallroten Keramikkleid anfangen, das sich den Körperformen bei aller Liebe nicht anpassen will?

Die Hochzeit am 19. Juni brachte in Stockholm eine halbe Million begeisterte Menschen auf die Straße. Vorher schon waren Junge und Alte auch auf anderen Kontinenten mit einem persönlichen Geschenk oder einem Gruß an die populäre Thronfolgerin und ihren Liebsten in Aktion getreten. So der schwedische Junge, der ein hölzernes Vogelhäuschen selbst zimmerte und mit der Post nach Stockholm geschickte.

Auch an selbst gestrickten Socken, brodierten Kissenbezügen und Fußballtrikots mit den aufgedruckten Nummern 1 für Victoria und 2 für Daniel ist im royalen Haushalt kein Mangel mehr. Originelles dachte sich die kleine Frida aus, die gerade Schreiben lernt. Das Mädchen schickte ein Glasröhrchen mit eingelegtem Scherenschnitt. Der stellt zwei Arme dar, die Victoria einfach aus dem Röhrchen ziehen soll, wenn sie Wärme braucht. «Eine dicke Umarmung, die du um den Daumen wickeln kannst», stand da in krakeliger Schrift.

Die privaten Absender der Geschenke wurden bei der noch bis 30. Dezember geöffneten Ausstellung im Spiegelsaal des Schlosses im Prinzip nicht enthüllt. Anders ist dies bei den offiziellen Präsenten, wie etwa den exquisiten Gläsern für Schloss Haga, dem künftigen Domizil des Paares. Schwedens Regierung und das Parlament hatten dafür aus dem Steuertopf Geld locker gemacht.

Das sicher teuerste private Hochzeitsgeschenk für das Paar wird nicht gezeigt, weil man es nicht sehen oder anfassen kann. Und weil es Ärger gebracht hat: Der mit der Königsfamilie befreundete Milliardär Bertil Hult hatte dem Brautpaar direkt nach dem Hochzeitsfest seinen Privatjet zur Verfügung gestellt.