Leipzig (dpa) - Nach 20 Jahren im Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist Schluss: Hans-Georg Moldenhauer wird auf dem Bundestag des DFB in Essen als Vize-Präsident abtreten und sich auch am 4. Dezember beim Verbandstag des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) nicht mehr zur Wahl stellen.

Damit geht eine Ära zu Ende, auf die der 68-Jährige nur mit lachenden Augen zurückblickt. «Es war für mich die Chance, an diesem unglaublichen Prozess nach der Wende teilzunehmen. Den kleinen Clubs ist es gelungen, aus den Betriebssport-Gemeinschaften der DDR funktionierende und eingetragene Vereine des DFB zu machen, das war das absolute Highlight», sagte Moldenhauer der Nachrichtenagentur dpa.

Der ehemalige Torwart des 1. FC Magdeburg war der letzte Präsident des Deutschen Fußball-Verbandes (DFV) in der ehemaligen DDR. Seit 1990 war Moldenhauer Mitglied des DFB-Präsidiums und zugleich NOFV- Chef. Seit 1995 war er einer der Vize-Präsidenten des DFB.

Unter seiner Führung startete eine Qualifizierungsoffensive im deutschen Fußball, zudem leitete er die Kommission für den DFB- Fußballentwicklungsplan, der im Oktober 2007 veröffentlicht wurde. «Ich bin immer noch der Chef des Bundesleistungszentrums in Kienbaum, in das seit 1992 73 Millionen Euro investiert wurden», erklärte Moldenhauer, der von 1994 bis 2008 auch Vizepräsident des früheren Deutschen Sportbundes (DSB) war.

Nun soll der Thüringer Rainer Milkoreit seinen DFB-Posten einnehmen. Der 66 Jahre alte Vizepräsident des NOFV ist der einzige Kandidat für die Nachfolge Moldenhauers und soll in Essen gewählt werden. «Auf der Achse Schule, Verein, Verband gibt es noch viel zu tun. Die sportliche Infrastruktur im Osten und die Leistungsfähigkeit der Vereine muss weiter verbessert werden. Auch der Sportunterricht sollte qualitativ aufgewertet werden», sagte Moldenhauer und sieht darin die nächsten Aufgaben für Milkoreit.

Moldenhauer, der sich aus familiären Gründen von seinen Ämtern zurückzieht, will dem Fußball dennoch erhalten bleiben. «Erst letztens war ich auf einem Schulhof-Fest. Ich hatte einige Trikots der WM in Südafrika dabei und es ist unglaublich, wie schnell man 50 bis 70 begeisterte Kinder um sich hat», sagte der Mann, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten historische Momente des organisierten Fußballs in Deutschland mitgestaltete.

Nun will er mit gezielten Aktionen des DFB dazu beitragen, dass wieder mehr Kinder aus den Schulen den Weg in den Fußball finden. «Die kommen irgendwann nicht mehr automatisch», warnte er.