Frankfurt/Main (dpa) - Champion Inter Mailand musste trotz einer Gala von Samuel Eto'o zittern, der FC Barcelona konnte sich einmal mehr auf Lionel Messi verlassen und Manchester United ließ sich auch durch den Wirbel um den abtrünnigen Wayne Rooney nicht vom Kurs abbringen.

Auch am dritten Gruppenspieltag der Fußball-Champions-League gaben sich die weiter ungeschlagenen Favoriten keine Blöße und dürfen langsam für das Achtelfinale planen. In der Bremen-Gruppe schickte Titelverteidiger Inter Mailand (7 Punkte) seine Fans und Trainer Rafael Benitez beim 4:3 gegen Tottenham Hotspur (4) durch ein Wechselbad der Gefühle.

«Inter zum Verrücktwerden», titelte «La Gazzetta dello Sport» treffend. Zweimal Eto'o, Dejan Stankovic und Javier Zanetti, der mit 37 Jahren und 71 Tagen zum ältesten Torschützen in der europäischen «Königsklasse» avancierte, hatten bis zur Pause einen komfortablen Vorsprung herausgeschossen. Doch die nach der Roten Karte für Torhüter Heurelho Gomes (8.) frühzeitig dezimierten Engländer schlugen in Unterzahl durch einen Hattrick von Gareth Bale zurück.

«Bale erschreckt Inter. Benitez ist wütend», schrieb «Tuttosport». Die Zittereinlage in der Schlussphase hatte Mailands Coach Benitez die Zornesröte ins Gesicht getrieben, später urteilte er etwas milder: «In der ersten Halbzeit haben wir wunderschönen Fußball gespielt. Aber nach der Pause schien die Mannschaft ein wenig zu entspannt zu sein».

Tottenham-Coach Harry Redknapp war trotz der Niederlage voll des Lobes für sein Team und den dreifachen Torschützen. «Wir waren zur Pause schwer in Bedrängnis. Am Ende hätte es eine Niederlage mit sieben, acht oder neun Toren geben können. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, ich hätte unser Comeback vorausgesehen. Gareth war fantastisch. Auf der linken Seite gibt es in der Welt momentan nicht viele, die besser sind als er.»

Ein Tor von Nani verhalf Manchester United zu einem 1:0 gegen Bursaspor, doch das Thema des Abends im «Old Trafford» war der bevorstehende Abschied des verletzt fehlenden Stürmerstars Wayne Rooney. «Es ist wichtig, die Sache abzuschließen. Wir wollen nicht, dass daraus eine Saga wird», erklärte Sir Alex Ferguson nach der einseitigen Partie missmutig. Rooney hatte vor dem Spiel bestätigt, dass er seinen 2012 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Ferguson, der zum 2000. Mal als Trainer auf der Bank saß, will die Sache nun so schnell wie möglich vom Tisch haben.

Zugleich betonte er die stabilen Strukturen bei ManUnited - auch wenn erneut ein verdienter Spieler den Club verlassen würde. «Wir haben die richtigen Angestellten, den richtigen Trainer und den richtigen Vorstandsvorsitzenden», sagte Ferguson.