Enschede (dpa) - Zwei Punkte und Nationaltorwart Tim Wiese verloren - obwohl die Minimalisten von Werder Bremen weiterhin alle Chancen auf das Achtelfinale in der Champions League haben, überwog in Enschede die Enttäuschung.

Durch das 1:1 (0:0) bei Twente bleiben die Bremer in der europäischen Fußball-Königsklasse mit nur zwei Punkten aus drei Spielen sieglos und müssen zudem in der Bundesliga und im DFB-Pokal auf Wiese verzichten.

«Unsere erste Vermutung Innenbanddehnung hat sich bestätigt. Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen besser wird, so dass Tim vielleicht zehn Tage ausfällt», erklärte Trainer Thomas Schaaf nach der ärztlichen Untersuchung in Bremen. Wiese hatte noch Stadion «De Grolsch Veste» eine zunächst befürchtete schlimmere Verletzung ausgeschlossen: «Mit dem Kreuzband ist alles okay.» Wegen der Verletzung fällt Werders Rückhalt zumindest am 23. Oktober in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach und am 26. Oktober im DFB-Pokal bei Bayern München aus.

Bereits in der ersten Hälfte hatte Wiese sich ohne Fremdeinwirkung das Knie verdreht und musste schon nach 36 Minuten für Sebastian Mielitz ausgewechselt werden. Der erst 21-Jährige hatte noch nie zuvor in der Champions League im Tor gestanden. «Unverhofft kommt oft. In der Champions League zu spielen, da träumt jedes Kind von», sagte der Youngster, der nur aufgrund einer langwierigen Schambeinentzündung der eigentlichen Nummer 2 Christian Vander überhaupt auf der Bank saß.

In den nächsten Partien muss Mielitz, der bislang auch erst zwei Bundesligapartien auf dem Buckel hat, mehr von den Glanztaten zeigen, mit denen er Werder kurz vor Schluss gegen Theo Janssen zumindest einen Punkt rettete. «Dafür bin ich da», kommentierte Mielitz seine Parade. Ansonsten war sein Spiel von vielen Unsicherheiten geprägt. «Von der Bank zu kommen, ist immer schwierig», sagte Mielitz, versprach aber Besserung. «Er hat unser Vertrauen», sagte Schaaf.

Durch seine Rettungstat hielt Mielitz Werder zumindest in der Champions League. Aufgrund der gleichzeitigen Niederlage von Tottenham bei Inter Mailand sind die Engländer mit vier Punkten für die sieglosen Bremer immer noch in Reichweite. «Wir durften hier nur nicht verlieren», sagte Clubchef Klaus Allofs. Entsprechend frenetisch wurde der Ausgleich durch den eingewechselten ehemaligen Twente-Profi Marko Arnautovic in der 80. Minute im Werder-Block gefeiert. Janssen (75.) hatte den FC Twente zuvor aus Abseitsposition in Führung geschossen. Richtig zufrieden war aber keiner. «Es waren Möglichkeiten da, mehr zu erreichen», haderte Schaaf.

Gegen den niederländischen Meister, der mit ebenfalls zwei Punkten gleichauf mit Bremen liegt, muss Werder nun am 2. November dringend den ersten «Dreier» landen, um die Chance aufs Achtelfinale zu erhalten. «Wir haben jetzt noch drei Spiele, davon zwei Heimspiele. Die müssen wir gewinnen und auswärts sind wir immer für einen Punkt gut», lautete die Marschroute von Kapitän Torsten Frings fürs Weiterkommen.