Düsseldorf (dpa) - Tief im Westen rumort es kräftig in der Fußball-Bundesliga. Die rheinischen Clubs Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln stecken nach ihrer Talfahrt im Tabellenkeller fest.

FC-Trainer Zvonimir Soldo muss in der Domstadt um seinen Job bangen, Kollege Michael Frontzeck sitzt in Gladbach trotz sieben siegloser Spiele in Serie noch fest im Sattel. Und auch der ambitionierte Champions-League-Teilnehmer FC Schalke 04 bleibt mit nur einem Sieg aus neun Spielen weiter in der Abstiegszone. «Nach oben schaue ich gar nicht mehr. Wichtig ist, dass wir da unten rauskommen», befand Schalke-Trainer Felix Magath nach dem 0:0 bei Eintracht Frankfurt.

Beim 1. FC Köln hat sich die sportliche Krise nach dem 1:2 bei Hannover 96 ausgeweitet. Die Fans skandierten: «Wir haben die Schnauze voll» und forderten den Rauswurf von Trainer Soldo und Manager Michael Meier. «Ich bin fürchterlich enttäuscht», sagte Clubchef Wolfgang Overath.

Soldo selbst geht davon aus, dass er am 26. Oktober im Pokalspiel gegen TSV 1860 München weiterhin auf der Bank sitzen wird. Die Diskussionen über seinen Posten kann der Kroate allerdings nachvollziehen. «Wenn die Punkte fehlen, dann wirst du als Trainer infrage gestellt», meinte der FC-Coach, der am Sonntagvormittag planmäßig das Training leitete. Dennoch ist unklar, ob Soldo im Amt bleibt. «Ich kann dazu nichts sagen. Aber wenn du diesen Job machst, musst du auf alles vorbereitet sein», sagte der Kölner Trainer in der TV-Sendung «Doppelpass».

Beim rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach kann Trainer Frontzeck trotz des Abwärtstrends zunächst in Ruhe weiterarbeiten. «Wir wissen, dass der Wind schärfer wird. Aber es geht nicht um Personalien», sagte Sportdirektor Max Eberl nach der ernüchternden 1:4-Heimpleite gegen Werder Bremen. Dabei gelang Werder-Profi Claudio Pizarro sein 134. Bundesligatreffer, damit ist der Peruaner bester ausländischer Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Bremens dritter Torhüter, Sebastian Mielitz, zeigte drei Tage vor dem Pokal-Hit gegen Bayern München eine überragende Partie.

Der Rekordmeister aus München hat den Weg aus dem Mittelmaß bislang nicht gefunden. Mit nur acht Treffern aus neun Spielen haben die Bayern den schwächsten Angriff der Liga. Auch beim Hamburger SV gab es nur ein 0:0. «Wir wollten mehr, aber der HSV ist nicht irgendein Gegner. Wären wir vorne dran, hätten nicht so viel Rückstand, könnte man mit dem Punkt sicherlich zufrieden sein», sagte Nationalspieler Philipp Lahm.

Noch schlechter als die Bayern steht der ehemalige Meister VfL Wolfsburg da. Die seit drei Spielen sieglosen Niedersachsen unterlagen mit 1:2 beim 1. FC Nürnberg, der sich dank seiner Heimstärke aus der unmittelbaren Abstiegszone befreien konnte. Mit nur zehn Punkten rangieren die «Wölfe» im unteren Tabellendrittel. «Wir werden einiges ändern müssen. Manchmal spielen wir nicht als Mannschaft, sondern als Individualisten», schimpfte VfL-Coach Steve McClaren.