Düsseldorf (dpa) - Tief im Westen rumort es kräftig in der Fußball-Bundesliga. Die rheinischen Clubs Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln stecken nach ihrer Talfahrt im Tabellenkeller fest.

Die Kölner reagierten bereits auf die Misere und trennten sich von ihrem Trainer Zvonimir Soldo - Kollege Michael Frontzeck sitzt in Gladbach trotz sieben siegloser Spiele in Serie noch fest im Sattel. Und auch der ambitionierte Champions-League- Teilnehmer FC Schalke 04 bleibt mit nur einem Sieg aus neun Spielen weiter in der Abstiegszone. «Nach oben schaue ich gar nicht mehr. Wichtig ist, dass wir da unten rauskommen», befand Schalke-Trainer Felix Magath nach dem 0:0 bei Eintracht Frankfurt.

In Köln hat sich die sportliche Krise nach dem 1:2 bei Hannover 96 und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz ausgeweitet. Die Fans skandierten: «Wir haben die Schnauze voll» und forderten den Rauswurf von Trainer Soldo und Manager Michael Meier. Zumindest einem Wunsch der Anhänger kamen Vorstand und Geschäftsführung nach und entschieden «nach einer eingehenden Analyse», die Zusammenarbeit mit Soldo zu beenden. Frank Schaefer, bisher Trainer der U-23-Mannschaft, soll das Team am Dienstag beim DFB-Pokalspiel gegen 1860 München betreuen.

Beim rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach kann Trainer Frontzeck trotz des Abwärtstrends zunächst in Ruhe weiterarbeiten. «Wir wissen, dass der Wind schärfer wird. Aber es geht nicht um Personalien», sagte Sportdirektor Max Eberl nach der ernüchternden 1:4-Heimpleite gegen Werder Bremen. Dabei gelang Werder-Profi Claudio Pizarro sein 134. Bundesligatreffer, damit ist der Peruaner bester ausländischer Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Bremens dritter Torhüter, Sebastian Mielitz, zeigte drei Tage vor dem Pokal-Hit gegen Bayern München eine überragende Partie.

Der FSV Mainz 05 hat indes die Tabellenführung zurückerobert. Die Überraschungself von Trainer Thomas Tuchel gewann bei Bayer Leverkusen verdient mit 1:0 (0:0) und profitierte zugleich vom Punktverlust der Borussia aus Dortmund. Joker Andreas Ivanschitz sorgte mit seinem Treffer (70.) für den Erfolg der Rheinhessen.

Der märchenhafte Höhenflug der Dortmunder war zuvor von 1899 Hoffenheim gestoppt worden. Nach sieben Erfolgen in Serie kam der BVB nur zu einem 1:1 und verpasste den Vereinsrekord von acht Siegen nacheinander. Dennoch feierten die Dortmunder den Punkt wie einen Sieg, da Antonio da Silva per Freistoß in der Nachspielzeit für das Remis sorgte. Demba Ba (9.) erzielte den Treffer für die Gäste, Dortmunds Nuri Sahin (15.) verschoss einen Handelfmeter.

Der VfB Stuttgart feierte beim 2:0 (1:0) gegen Aufsteiger FC St. Pauli seinen zweiten Saisonsieg und verließ damit die Abstiegsränge. Georg Niedermeier (19.) und Zdravko Kuzmanovic (79.) trafen zum umjubelten Sieg für die Schwaben.