Madrid (dpa) - Wirbelwind Cristiano Ronaldo: Der portugiesische Fußballstar hat beim 6:1 (3:0)-Sieg von Real Madrid über Racing Santander erstmals in seiner Profi-Karriere vier Tore in einem Spiel erzielt. Auch der Ex-Bremer Mesut Özil steuerte einen Treffer zum Kantersieg bei.

Die «Königlichen» verteidigten damit die Tabellenführung in der spanischen Liga. Allerdings blieb der Titelverteidiger FC Barcelona, der durch zwei Treffer von Lionel Messi beim Schlusslicht Real Saragossa 2:0 (1:0) gewann, mit nur einem Punkt Rückstand auf Tuchfühlung.

Noch vor die Katalanen schob sich der FC Villareal, der dank der Tore von Cani (9. Minute) und Giuseppe Rossi (52.) mit 2:0 (1:0) gegen Atletico Madrid gewann. In der Tabelle führt Real (20 Punkte) nun vor Villareal und Barca (beide 19).

«CR7», wie Ronaldo in Spanien genannt wird, brachte mit seiner Tore-Gala alle Kritiker zum Schweigen. Mit zehn Treffern, doppelt so viele wie Messi, führt er souverän die Torschützenliste an. In der vorigen Saison hatte der teuerste Fußballer der Welt noch im Schatten des Argentiniers gestanden, bei der Weltmeisterschaft trat er kaum in Erscheinung, und zu Beginn dieser Saison wurde er vom eigenen Publikum ausgepfiffen, weil ihm die Tore nicht gelingen wollten und er immer eigensinniger spielte.

Der Bann ist nun gebrochen. Gegen Santander schoss Ronaldo gleich vier Treffer am Stück, ohne dass er viel dazu tun musste: Bei seinen ersten beiden Toren (14./26. Minute) musste er den Ball nur ins leere Tor befördern, weil Gonzalo Higuaín und Özil die gegnerische Abwehr ausmanövriert hatten; beim dritten Treffer (47.) zeigte Racings Torwart Toño wenig Gegenwehr; den vierten (55.) erzielte er per Elfmeter. Higuaín (9.) hatte Real vor der Ronaldo-Gala in Führung gebracht, Özil (63.) rundete das Festival ab.

Der Fußball-Perfektionist Ronaldo zog aus den Pfiffen seine Lehren. Er rackert nun auf dem Platz für die Mannschaft. «Man sollte nicht mir, sondern dem Team zum Sieg gratulieren», sagte er. Die Zeitung «El País» meinte: «Ronaldos Egoismus gehört der Vergangenheit an. Der Star ist zum uneigennützigen Wohltäter geworden.» Ronaldo erleichterte sogar dem Platzwart des Bernabéu-Stadions die Arbeit. Als er ein Stück Rasen aus der Spielfläche herausgerissen hatte, reparierte er eigenhändig den Schaden.

Trainer José Mourinho fürchtet, dass die «Königlichen» nach dem Kantersieg nun am Dienstag überheblich in die Pokalpartie beim Drittligisten Real Murcia gehen könnten. Vor einem Jahr war die Madrider Millionen-Elf in der ersten Pokalrunde am Drittligisten Alcorcón gescheitert. «Wenn die Spieler mir in Murcia so etwas antun wie in Alcorcón, sind sie für mich gestorben», warnte der Coach. Özil darf in dem Pokalspiel pausieren.