München (dpa) - Die erste Trainerentlassung in der 2. Fußball- Bundesliga lässt weiter auf sich warten. Der bereits angezählte Christian Ziege bleibt bei Schlusslicht Arminia Bielefeld im Amt.

Michael Wiesinger darf beim Tabellenvorletzten FC Ingolstadt trotz bereits sieben Saisonniederlagen ebenfalls weitermachen, und bei Union Berlin erhielt Uwe Neuhaus nach der Pleite in Augsburg eine Jobgarantie. Auch an der Spitze gab es keinen Wechsel. Markus Babbel treibt Herthas «Mission Aufstieg» erfolgreich voran, doch der Berliner Trainer glaubt nicht an einen Selbstläufer: «Jeder Gegner ist hochmotiviert gegen uns.»

Mit dem 2:0 im Gipfeltreffen des 9. Spieltags gegen die SpVgg Greuther Fürth bauten die Berliner ihre Tabellenführung auf 23 Punkte aus. Zwei Tage später schossen Srdjan Baljak, Julian Koch und Sefa Yilmaz den MSV Duisburg beim 3:0 gegen den seit fünf Spielen sieglosen Karlsruher SC auf Platz zwei. «Die Jungs arbeiten hervorragend, aber wir müssen uns weiter auf diesen Weg konzentrieren», sagte MSV-Coach Milan Sasic. Aufsteiger Aue kann mit einem Sieg am Montag im Verfolgerduell mit Oberhausen auf Rang drei vorrücken.

Beim 1:1 in Bochum stoppte die seit fünf Spielen unbesiegte Alemannia Aachen die VfL-Aufholjagd. Benjamin Auer glich Bochums Führung durch Mahir Saglik aus. «So kann man nicht Fußball spielen, wenn man aufsteigen will. Das war einfach schlecht», kritisierte VfL-Trainer Friedhelm Funkel den enttäuschenden Auftritt seines Teams. Im Tabellenkeller musste Düsseldorf einen herben Rückschlag einstecken. Nach zwei Siegen hintereinander ging die Fortuna beim SC Paderborn mit 0:3 unter. «Wir haben klar verloren, und damit müssen wir jetzt leben», stellte Fortuna-Trainer Nobert Meier frustriert fest.

Hertha BSC ist als einzige deutsche Profimannschaft weiterhin ungeschlagen, doch der Weg zurück in die Bundesliga bleibt steinig. Der schwer am rechten Bein verletzte Kapitän Andre Mijatovic fällt womöglich bis zur Jahresende aus, der australische Nationalspieler Nikita Rukavytsa fehlt wegen eines Muskelfaserrisses wenigstens zwei Wochen.

Für Christian Ziege war der eine Punkt für Bielefeld beim torlosen Remis am Samstag beim TSV 1860 München wie sechs Richtige im Lotto. «Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft. Sie hat sich zerrissen und gezeigt, dass im Verhältnis zwischen Spielern und Trainer alles intakt ist», stellte der Europameister von 1996 nach dem engagierten Auftritt erleichtert fest. «Wir sind auf dem richtigen Weg.»

Auch Michael Wiesinger bleibt das Los einer Entlassung vorerst erspart. «Wenn man sieht, wie die Mannschaft sich reingehauen hat, wie sie gefightet hat, lässt das nur den Schluss zu, dass die Mannschaft intakt ist», sagte Ingolstadts Fußball-Boss Peter Jackwerth, der trotz der 0:1-Heimpleite gegen den FSV Frankfurt (noch) «keinen Grund zum Handeln» sieht.