Berlin (dpa) - In China könnten in diesem Jahr laut einer Studie mehr Neuwagen deutscher Hersteller verkauft werden als im eigenen Land. Die Chinesen erstehen demnach 2010 voraussichtlich 2,1 Millionen Pkw von Volkswagen, Mercedes-Benz & Co., hierzulande sind es nur gut zwei Millionen Autos.

Das ergibt eine Prognose des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, die dpa vorliegt. Im Vorjahr waren es - aufgrund der Abwrackprämie - noch 2,5 Millionen Fahrzeuge in Deutschland und 1,6 Millionen in China.

«Der Markt Deutschland wird für die Autoindustrie zusehends unbedeutender», folgert CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. Bis zum Jahr 2025 könnte der Absatz in China auf insgesamt auf 30 Millionen Pkw anwachsen, während Deutschland bei einem Zehntel davon liegt. Volkswagen plane etwa bis 2015 drei neue Werke in China und habe dann in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt genau so viele Fabriken wie in Deutschland. Es sei auch möglich, dass bereits in den nächsten zehn Jahren «deutsche» Autos in China gebaut und dann im Heimatland verkauft werden, meint Dudenhöffer.

Dazu gezählt werden in der Studie die bereits in China hergestellten Autos deutscher Marken (1,7 Mio) sowie die Exporte ins Reich der Mitte (0,4 Mio). Außerdem sind die Autos der US-Hersteller General Motors (Opel) und Ford, die auch in Deutschland produzieren, mit einbegriffen.