Yeongam (dpa) - Aus Sebastian Vettels Red Bull schlug nur noch Rauch, über den Ferrari-Funk drang nach dem irren Regenchaos von Südkorea Fernando Alonsos schadenfrohes Gelächter. Mit dem kapitalen Motorplatzer war für Vettel der Premierensieg in Yeongam dahin.

Die erste WM-Führung seiner Karriere wäre ein Riesenschritt Richtung WM-Titel gewesen. Nachdem sein Teamkollege Mark Webber durch einen Unfall ebenfalls vorzeitig ausgeschieden war, schnappte sich Alonso als lachender Dritter den Sieg und kletterte zwei Rennen vor Saisonende an die Spitze der WM-Wertung. «Im Moment ist man natürlich enttäuscht. Ich kann aber nichts dran machen», meinte Vettel.

«Der Sieg wurde ihm auf grausame Weise genommen, er hat ein perfektes Rennen hingelegt. Das ist eine große Enttäuschung», meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

45 Runden lang dominierte Vettel, der zum neunten Mal in der laufenden Saison von der Pole Position gestartet war, das Feld. Als der bis dato im Klassement führende Webber von der Strecke abkam und dabei auch noch den aussichtsreich liegenden Mercedes-Piloten Nico Rosberg mitnahm, schien der Sieg wie auf dem Silbertablett serviert. «Ich hatte zu jeder Zeit den Rest des Feldes im Griff», meinte Vettel. Für den folgenreichen Triebwerksdefekt konnte er nichts. Den nahm Motorlieferant Renault auf seine Kappe. Das Unternehmen «muss sich beim ganzen Team für den Motorschaden an Seb's Auto entschuldigen», sagte Chefingenieur Fabrice Lom zerknirscht.

Des einen Leid, des andren Freud bei dem Südkorea-Spektakel mit einer 49-minütigen Renn-Unterbrechung und vier Safety-Car-Phasen. Alonso, der auf der Strecke als kompromisslos gilt und im Team den Nummer-1-Status beansprucht, lachte nach der Zieldurchfahrt schallend. «Avanti», brüllte der Spanier ins Funkgerät. Hinter ihm fuhren McLaren-Pilot Lewis Hamilton und Teamkollege Felipe Massa die weiteren Podestplätze ein.

Nach seinem vierten Sieg in den vergangenen sieben Rennen ist der Spanier auf dem besten Weg zu seinem dritten WM-Titel nach 2005 und 2006 (Renault). Er hat nun 231 Punkte und damit satte elf Zähler Vorsprung vor Webber (220). Vettel rutschte mit weiterhin 206 Punkten auf Rang vier hinter Hamilton (210) und hat damit nur noch eine Mini-Chance auf den Titel als jüngster Champion der Formel-1- Geschichte. Titelverteidiger Jenson Button (McLaren), der Zwölfter wurde, hat als Fünfter mit 189 Punkten wohl nur noch rechnerisch eine Chance. «Es ist fast unmöglich», sagte der Brite.

Wie Vettel und Rosberg kamen in Yeongam auch Force-India-Fahrer Adrian Sutil und Virgin-Pilot Timo Glock nicht ins Ziel. Nick Heidfeld sammelte im Sauber als Neunter zwei Punkte, auch Nico Hülkenberg ergatterte als Zehnter im Williams noch einen Zähler.