Hamburg (dpa) - Paolo Guerrero bekommt sein südamerikanisches Temperament nicht in den Griff. Gerade ist die Flaschenwurf-Affäre mit einem saftigen Bußgeld und gerichtlichem Nachspiel abgeschlossen, da fällt der 26-jährige Peruaner wieder unangenehm auf.

Nach seiner frühen Auswechslung in der 62. Minute beim 0:0 des Hamburger SV gegen den FC Bayern München reagierte der Stürmer gereizt und unsportlich. Statt die Teammitglieder auf der Bank abzuklatschen, trat er wütend in eine Bande und verschwand in der Kabine.

«Das geht gar nicht, das ist ein Kind», kommentierte der verärgerte HSV-Trainer Armin Veh, der sich den Angreifer vorknöpfen und ihm vermutlich eine erneute Geldstrafe aufbrummen wird. «Ich habe mich beim Trainer entschuldigt», sagte Guerrero hinterher kleinlaut, «ich wollte unbedingt ein Tor machen und war frustriert».

Mitspieler Marcell Jansen fand die Reaktion auch nicht okay: «Wenn man nicht so gut drauf war, darf man das nicht zeigen, das macht man nicht. Es wird zeitnah eine Konsequenz folgen».

Schon nach dem Flaschenwurf gegen Hannover 96 erhielt Guerrero vom HSV eine Rekordgeldstrafe, die zwischen 50 000 und 100 000 Euro gelegen haben soll. Er zeigte sich einsichtig - doch sein Image ist beschädigt. Jeder Fehltritt wird inzwischen registriert, so schaffte er es kürzlich allein mit dem Parken seines Luxusautos auf einem Behindertenparkplatz auf die Titelseite einer Hamburger Zeitung.