Leipzig (dpa) - Die «Goldenen Tauben» sind vergeben, der Dokumentarfilm steht weiter hoch im Kurs: Das 53. Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm in Leipzig hat am Samstagabend die Preisträger geehrt und zugleich ein positives Fazit gezogen.

«Wir freuen uns über eine sehr erfolgreiche Festivalwoche mit vollen Kinos und einem fantastischen Publikum», betonte Festivaldirektor Claas Danielsen. Leipzig sei wieder zu einem der führenden internationalen Dokumentarfilmfestivals geworden.

Die Liste der Preisträger ist lang. Eine «Goldene Taube» und je 10 000 Euro Preisgeld gehen an den schwedischen Streifen «Vodka Factory» von Jerzy Sladkowski und an die deutsche Produktion «How To Make A Book with Steidl» von Gereon Wetzel und Jörg Adolph. Bei den Animationsfilmen siegte der französischen Film «Logorama» von François Alaux, Hervé de Crécy und Ludovic Houplain (5000 Euro). Bei Nachwuchs-Dokumentarfilmen bekam die Polin Marta Minorowicz das gleiche Preisgeld samt «Goldener Taube» für den Film «Kawalek lata».

Die «Talent-Taube» (10 000 Euro) für Nachwuchsfilme erhielt der Brasilianer Rodrigo Siqueira für den Film «Terra deu, terra come». Ferner gab es «Silberne Tauben» und weitere Auszeichnungen. Insgesamt wurden 346 Filme aus 58 Ländern präsentiert. 145 Regisseure stellten in Leipzig ihre Produktionen selbst vor. Die Preisgelder waren mit 71 000 Euro so hoch wie noch nie, hieß es. Möglicherweise werde sogar die Rekordbesucherzahl vom Vorjahr mit rund 34 000 Gästen noch übertroffen. Auch die 1421 akkreditieren Fachbesucher seien Rekord.

Das Festival ging am Sonntag zu Ende. In diesem Jahr prägten vor allem politische Filme das Geschehen. Ein weiterer Trend waren Familiengeschichten, bei denen der Geschlechter-Aspekt eine Rolle spielte. Als Sonderprogramme wurden «Kaukasische Lektionen» zur Krisenregion Kaukasus und «Money Matters» zum Thema Geld aufgelegt. Leipzig versteht sich auch als Umschlagplatz für den Dokfilm. Etwa 50 Redakteure wichtiger TV-Stationen reisten an, um dokumentarische Filmprojekte für ein internationales Publikum zu entdecken.

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