Stockholm (dpa) - Florian Mayer und Julia Görges haben die Krönung ihrer tollen Tennis-Woche verpasst. Der Bayreuther Mayer war im Finale der Stockholm Open beim 4:6, 3:6 gegen den Schweizer Roger Federer chancenlos und wartet damit weiter auf den ersten ATP-Turniersieg seiner Karriere.

Wenige Minuten später verlor die Weltranglisten-44. Görges das Endspiel des WTA-Turniers von Luxemburg gegen die Italienerin Roberta Vinci ähnlich deutlich mit 3:6, 4:6. Beim mit 531 000 Euro dotierten Hartplatzturnier in Stockholm musste Mayer im besten Turnier seiner Karriere die Überlegenheit des einstigen Klassenprimus aus der Schweiz neidlos anerkennen. Nachdem der 27 Jahre alte Mayer in den Runden zuvor unter anderen die beiden Top-Ten-Spieler Feliciano Lopez (Spanien) und Robin Söderling (Schweden) bezwungen hatte, fand er gegen Federer kein Mittel. Nach 63 Minuten stand seine dritte Niederlage im dritten Duell mit dem Weltranglisten-Zweiten fest. Zuvor hat Mayer 2005 und 2006 im polnischen Sopot - ebenfalls ohne Fortune - im Finale gestanden.

Er sei nach dem ersten Satz müde geworden, während Federers Spiel besser geworden sei, bilanzierte Mayer: «Aber ich habe gefühlt, dass es ein engeres Match war, als es das Ergebnis zeigt.»

Federer zollte seinem unterlegenen Rivalen Respekt: «Es war ein hartes Stück Arbeit, denn Mayer hat ein großartiges Finale gespielt.» Mit dem Triumph in Schweden stellte der Grand-Slam-Rekordsieger aus der Schweiz Pete Sampras' Marke von 64. Turniererfolgen ein. Mehr Turniere als Federer haben in der Geschichte des Profi-Tennis nur die Amerikaner Jimmy Connors (109), Ivan Lendl (94) und John McEnroe (77) gewonnen.

In Luxemburg riss Görges' Siegesserie ebenfalls erst im Finale. Die Tennisspielerin aus Bad Oldesloe, die im Juli in Bad Gastein ihr erstes WTA-Turnier gewonnen hatte, fand gegen Vinci kein Mittel und verlor klar. Am Vortag hatte die 21-Jährige in einem deutschen Halbfinal-Duell die Kielerin Angelique Kerber in drei Sätzen niedergerungen und hinterher gejubelt: «Ich bin wirklich glücklich, im zweiten Finale des Jahres und meiner Karriere zu stehen.»