Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart hat einen großen Schritt aus seiner sportlichen Misere gemacht. Durch den glücklichen 2:0 (1:0)- Sieg gegen den FC St. Pauli sprang der Fußball-Bundesligist in der Tabelle vom letzten auf den 14. Platz.

Stuttgart blieb zum ersten Mal in dieser Saison drei Pflichtspiele nacheinander ungeschlagen und setzte den Aufwärtstrend unter seinem neuen Trainer Jens Keller fort. Die VfB- Treffer erzielten Georg Niedermeier in der 19. Minute und Zdravko Kuzmanovic (79.).

Um seiner größten Sorgen ledig zu sein, spielte der VfB allerdings auch am Sonntagabend zu schwach. «Ich bin erster Linie froh, dass wir gewonnen haben. Es zählt einfach nur der Dreier. Man hat von Anfang gesehen, unter welch großem Druck wir standen», sagte Keller nach dem Schlusspfiff erleichtert.

Die Kiez-Kicker hatten vor 40 000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes Benz Arena die deutlich besseren Torchancen. «Wir haben heute einen sehr sehr guten FC St. Pauli gesehen. «Wir haben viele Sachen richtig gemacht, nur leider in der entscheidenden Situation in der 19. Minute bei einer Standardsituation geschlafen», klagte Gäste- Trainer Holger Stanislawski. Für die bisher so auswärtsstarken Hamburger bleibt Stuttgart ein schlechtes Pflaster mit nur einem Punkt in acht Partien. Sie rutschten auf Rang zehn ab.

Auch nach der frühen Führung legten die Gastgeber ihre Verunsicherung nicht ab. Viele Stuttgarter Fehlpässe ermöglichten den spielerisch stärkeren Hamburgern in einer ansehnlichen Partie Möglichkeiten, die jedoch nicht genutzt wurden. Vor dem Spiel hatte VfB-Präsident Erwin Staudt eingeräumt, dass die Personalpolitik vor dieser Saison nicht glücklich gewesen ist. «Ein paar Fehleinkäufe waren sicherlich dabei», sagte der 62-Jährige dem Magazin «Focus». «Dies versuchen wir nun zu verbessern».

Die Gäste erwischten den besseren Start, der VfB bot in der Anfangsphase viele Fehlpässe. In der ersten Viertelstunde zeigten die Hamburger alles, was Stuttgart in dieser Saison bisher so oft fehlte: Selbstvertrauen, Mut und ein geschlossenes Team. Fast aus dem Nichts fiel dann die Führung der Gastgeber: Nach einer Ecke von Timo Gebhart stieg Niedermeier höher als zwei gegnerische Abwehrspieler und köpfte zum 1:0 ein.

Die Führung gab den Schwaben zwar mehr Schwung, aber längst keine Sicherheit. Zusammenhängende Offensivaktionen waren Mangelware, Gefahr gab es nur durch einen Weitschuss von Kuzmanovic (22.). Auf der Gegenseite zeigte VfB-Schlussmann Sven Ulreich einen glänzenden Reflex beim Schuss von Matthias Lehmann (23.) und hatte Glück beim Lattenknaller von Carlos Zambrano (31.).