Hamburg (dpa) - Kleinlaut, bescheiden und fast zufrieden mit nur einem Punkt, aber äußerst ärgerlich über die Freitagstermine zogen die Bayern nach dem 0:0 beim Hamburger SV von dannen.

«Offensichtlich scheint irgendeiner Interesse daran zu haben, dass Bayern München nicht am Samstag spielt. Ich habe Herrn Seifert von der DFL bereits Bescheid gesagt», moserte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: «Es ist wirklich auffällig, dass wir in der Hinrunde alleine neun Mal nicht Samstagnachmittag spielen.»

Auch Coach Louis van Gaal beschwerte sich über den Drei-Tage-Rhythmus: «Ich habe nur noch 14 Spieler und auch nächste Woche spielen wir am Dienstag im Pokal gegen Werder Bremen und wieder am Freitag gegen Freiburg.»

An den spielerischen Künsten seiner Elf, die ohne Ribéry, Robben und Co. die Torgefährlichkeit verloren hat, hatte der Niederländer gar nicht viel auszusetzen: «Ich bin sehr zufrieden über diese Leidenschaft, aber nicht zufrieden, dass wir kein Tor gemacht haben.» Trotz der Champions-League-Belastung und der vielen Ausfälle zeigte sich der Rekordmeister in der Schlussviertelstunde sogar frischer als die Gastgeber, die in Jonathan Pitroipas Innenpfosten-Schuss in der 81. Minute die beste Tormöglichkeit der mäßigen Partie verzeichneten. «Wir wollten mehr, aber der HSV ist nicht irgendein Gegner. Wenn man die Chance von Pitroipa sieht, muss man froh sein, dass das Spiel unentschieden ausgegangen ist», sagte Philipp Lahm.

«Dienstag ist Pokal, da geht es wieder um einen Titel. Dort müssen wir weiterkommen», lautete die klare Ansage des Kapitäns, der weiß, dass es angesichts von nur zwölf Punkten aus neun Spielen äußerst schwer wird mit der Meisterschaft. «Wären wir vorne dran, hätten nicht so viel Rückstand, könnte man mit dem Punkt sicherlich zufrieden sein», befand Lahm. «Gefühlt tut es weh, es ist ein bisschen schade», befand Bastian Schweinsteiger, der auch schon bessere Tage erlebt hat.

In den letzten Minuten durfte Ivica Olic das neue Gefühl mit Gesichtsmaske nach seinem Nasenbeinbruch ausprobieren, am Dienstag könnten Miroslav Klose und Mark van Bommel wieder dabei sein. «Bei Franck Ribéry dauert es wohl noch zwei Wochen, bei Arjen Robben muss man bis Weihnachten Geduld haben. Aber das bekommen wir schon hin, Jammern bringt nichts», befand Rummenigge. Präsident Uli Hoeneß hofft immer noch, auch mit der ersatzgeschwächten Mannschaft eine «Serie zu starten, um bis Weihnachten wieder oben dran zu sein».

Ziemlich verwundert über die bescheidenen Töne zeigte sich Ex- Coach Ottmar Hitzfeld: «Man ist gewohnt, dass Bayern zur Attacke greift und auch aus dem Vorstand ein Zeichen kommt, um eine Serie zu starten. Wenn man schon sagt, dass man froh ist, wenn man nicht verliert. Das hat mich überrascht.» Rummenigge hielt dagegen: «Ich merke, wir kommen langsam in Fahrt.»