Frankfurt/Main (dpa) - Als das Trauerspiel von Schalke 04 bei Eintracht Frankfurt mit einer schmeichelhaften Nullnummer ein glückliches Ende gefunden hatte, ging Felix Magath mit seinem erneut enttäuschenden Star-Ensemble schonungslos ins Gericht.

«Lachen kann ich nur, weil wir einen glücklichen Punkt mitgenommen haben und zum ersten Mal ohne Gegentor geblieben sind. Aber das war nicht unser Verdienst. Frankfurt hat viele Chancen liegenlassen. Wir haben uns mehr schlecht als recht gewehrt und mussten sehr viel zittern. Mit dem Spiel bin ich gar nicht zufrieden», schimpfte der Schalke-Coach.

Drei Tage nach der Champions-League-Gala gegen Hapoel Tel Aviv lieferte der Vizemeister vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena eine erschreckend schwache Leistung ab. Zwei Chancen vor der Pause durch Raúl (18.) und Klaas-Jan Huntelaar (40.), die jeweils am gut reagierenden Eintracht-Torwart Oka Nikolov scheiterten, waren die magere Ausbeute in 90 Minuten. Nach dem Wechsel gaben die Gäste keinen Torschuss ab und retteten das Remis gegen stark auftrumpfende Hausherren mit Ach und Krach ins Ziel.

«In der zweiten Halbzeit sind wir nicht mehr hinten rausgekommen. Über eine Niederlage hätten wir uns nicht beschweren können», räumte Nationaltorwart Manuel Neuer ein. Freuen konnte er sich wie Magath nur über die Null, die erstmals stand. «Darauf haben wir lange gewartet, deshalb sind wir erleichtert. Das wird der Abwehr Selbstvertrauen geben», meinte Neuer.

Wirklich weitergeholfen hat es den Schalkern aber nicht. Mit sechs Punkten steckt der Vizemeister weiter in der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga fest. Für Magath ein guter Grund, den Blick auf die Tabelle zu verweigern: «Da gucke ich nicht drauf.» Die Spitzengruppe haben die «Königsblauen» längst aus den Augen verloren, jetzt geht es erst einmal um Schadensbegrenzung. «Nach oben schaue ich gar nicht mehr. Wichtig ist, dass wir da unten rauskommen», sagte Magath. Und Mittelfeldspieler Jermaine Jones, der an alter Wirkungsstätte gnadenlos ausgepfiffen wurde, forderte: «Jetzt muss der Knoten endlich auch in der Bundesliga platzen.»

Zunächst sind die Schalker aber im DFB-Pokal beim kleinen Nachbarn der Eintracht, dem Zweitligisten FSV Frankfurt, gefordert. «Der Pokal bietet eine gute Möglichkeit, ins internationale Geschäft zu kommen. Er ist aber nicht nur sportlich, sondern auch finanziell wichtig. Wir brauchen das Geld aus dem DFB-Pokal. Wir müssen eine bessere Leistung abliefen. Alles andere als ein Sieg kommt nicht infrage», formulierte Magath einen klaren Auftrag.

Dass sich die Krise nicht weiter verschärfte, hatten die Gäste vor allem ihrem ehemaligen Kollegen Halil Altintop zu verdanken. Der Ex- Schalker drosch den Ball in der 68. Minute aus drei Metern über das Tor und vergab damit die größte Siegchance der Eintracht. «Da war ich wie alle im Stadion erschrocken und erstaunt, dass der nicht drin war», meinte Trainer Michael Skibbe. Entsprechend traurig war er über die verpasste Krönung eines tollen Auftritts: «Ab der 46. Minute haben wir total das Kommando übernommen und eine der besten Leistungen meiner Amtszeit abgeliefert. Daher überwiegt der Ärger, dass wir nicht drei Punkte geholt haben.»