Leverkusen (dpa) - Dank Joker Andreas Ivanschitz sind die Himmelsstürmer des FSV Mainz 05 an die Spitze der Fußball-Bundesliga zurückgekehrt. Ausgerechnet auf Vorarbeit des künftigen Bayer-Profis André Schürrle sorgte der Österreicher in der 70. Minute für das 1:0 (0:0) bei Leverkusen.

Mit dem achten Sieg im neunten Saisonspiel zogen die Mainzer wieder an Borussia Dortmund vorbei. Die Leverkusener verpassten durch die erste Niederlage seit Ende August vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena hingegen den Anschluss an die ersten beiden Plätze.

Nach feinem Pass von Sami Allagui auf den Flügel legte Schürrle nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mustergültig für Ivanschitz quer, der ebenfalls kurz zuvor aufs Feld gekommen war. «Natürlich hätte ich in meinem neuen Zuhause gerne von Anfang an gespielt. Ich wollte der Mannschaft helfen und das hat super geklappt», sagte Schürrle, der zur kommenden Saison für knapp zehn Millionen Euro nach Leverkusen wechselt. «Es ist für jeden Trainer angenehm, einen André Schürrle einwechseln zu können», lobte Coach Thomas Tuchel.

Mainz war die Verunsicherung nach der ersten Saisonniederlage gegen den Hamburger SV in der Vorwoche (0:1) zunächst allerdings noch deutlich anzumerken. Mit den drei defensiv eingestellten Mittelfeldspielern Simon Rolfes, Arturo Vidal und Lars Bender konnte Bayer früh den Angriffsdrang der Gäste stören. Ohne Abwehrchef Sami Hyypiä, der mit einem Außenbandriss im Fuß mehrere Wochen ausfällt, setzte die Werkself ihrerseits Akzente. Ein Kopfball des Schweizer Stürmers Eren Derdiyok (21.) aus elf Metern strich nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbei. «Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen und hatten viele Fehler im Aufbau», bemängelte Schürrle.

Nach einer Großchance von Adam Szalai (24.), der den Ball über das Tor von René Adler lupfte, wachten die Gäste aus ihrer Lethargie auf, so dass sich ein offener Schlagabtausch entwickelte. Beide Teams konnten jedoch bis zur Halbzeit nicht unter Beweis stellen, warum sie vor der Partie mit jeweils 18 Treffern die zweitbesten Angriffe der Liga stellten. Zunächst hatte der Mainzer Keeper Christian Wetklo keine Mühe mit einem Derdiyok-Distanzschuss (35.). Nur eine Minute später wehrte auf der anderen Seite Nationaltorwart Adler einen Kopfball von Szalai aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex ab.

Nach der Pause zollten die Leverkusener, die drei Tage zuvor in der Europa League bei Aris Saloniki (0:0) zahlreiche Stammspieler geschont hatten, ihrem hohen läuferischen Aufwand Tribut. «Wir haben personelle Engpässe und sind im Europapokal tätig. Das schlaucht natürlich und das hat man nach der Pause gemerkt», sagte Bayer- Trainer Jupp Heynckes angesichts fünf langzeitverletzter Profis.

Zwar blieb der Mainzer Jungstar Lewis Holtby beim überzeugenden Vidal weitgehend abgemeldet. Erneut war es aber Szalai, der das Bayer-Tor in Gefahr brachte. Den Flachschuss des Ungarn lenkte Adler in größter Not zur Ecke (55.).