Nürnberg (dpa) - Er sitzt am Klavier und bespricht scharfzüngig die Probleme und Krisen der Welt: Der Deutsche Kabarettpreis 2010 geht an Hagen Rether.

Der 40-Jährige fordere seinem Publikum höchste Aufmerksamkeit und Konzentration ab, er stelle in seinen Programmen die komplizierter werdende Welt und zuweilen auch sich selbst infrage, begründete das Leitungsteam des Nürnberger Burgtheaters am Mittwoch die Entscheidung. Rether ist in Bukarest geboren worden und lebt heute in Essen. Unverzichtbarer Bestandteil seines Programms ist ein Klavier, an dem er sitzt, das er poliert und auf dem er immer wieder auch spielt.

Seit 1991 wird der Kabarettpreis jährlich von der Stadt Nürnberg und dem Burgtheater verliehen, er ist mit 6000 Euro dotiert. Zugleich wird auch ein Förderpreis ausgelobt, den in diesem Jahr der Wiener Kabarettist Klaus Eckel erhält. Seine Programme seien «höchst unterhaltsam und immer leichtfüßig», kommentierte die Jury. Er sei «bissig und treffend boshaft bis ins Mark».

Die aus dem oberpfälzischen Neumarkt stammende Lizzy Aumeier darf sich über den Sonderpreis freuen. Denn: Sie sei eine der witzigsten Frauen auf deutschen Kabarettbühnen, befand die Jury. In den Händen halten dürfen Rether, Eckel und Aumeier ihre Preise am 8. Januar 2011, wenn in der Tafelhalle die große Preisverleihungsparty steigt. Die Nürnberger Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Kabarettpreisen im deutschsprachigen Raum. Zu den früheren Preisträgern gehören etwa Urban Priol, Frank-Markus Barwasser («Erwin Pelzig»), Georg Schramm und Andreas Giebel.