Frankfurt/Main (dpa) - Der Euroraum macht bei einem möglichen Währungskrieg nicht mit. Europas Währungshüter unterstützen die Märkte zwar wie geplant weiter mit Liquidität. Statt die Sondermaßnahmen wie andernorts auszuweiten, steht der Ausstieg aus der üppigen Geldversorgung auf der Agenda.

Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigt sich von den Sorgen um einen möglichen Währungskrieg unbeeindruckt. Während Länder wie Japan oder die USA die Märkte mit immer mehr Geld fluten, halten Europas oberste Währungshüter am allmählichen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes fest: «Unsere Politik hat sich in den vergangenen vier Wochen absolut nicht geändert», sagte EZB- Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt.

So lange die Finanzmärkte nicht wieder vollständig funktionierten, werde die Notenbank die Märkte aber vorerst weiter mit ungewöhnlichen Maßnahmen stützen. Allerdings werde der Umfang der Geschäfte bereits nach und nach zurückgefahren.

Der Leitzins im Euroraum bleibt wie erwartet auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent, wie der EZB-Rat am Donnerstag beschloss. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken in den 16 Euroländern mit Zentralbankgeld verharrt seit Mai 2009 auf diesem Niveau. Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten daher Gift für die Erholung der Konjunktur sein. Auch die britische Notenbank ließ ihren Leitzins am Donnerstag bei 0,5 Prozent.

Aus Sicht von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer hat Trichet am Donnerstag den Eindruck bekräftigt, dass die EZB anders als die US- Notenbank ihre ohnehin sehr expansive Geldpolitik wohl nicht weiter lockern wird: «Die von der Fed betriebene Dollar-Schwäche wird sich wohl weiter vor allem in einer Stärke des Euro niederschlagen.»

Nach Trichets Rede kletterte der Euro erstmals seit Monaten kurzzeitig wieder über 1,40 US-Dollar. Zum Höhepunkt der Staatsschuldenkrise war der Kurs im Frühjahr zeitweise unter 1,20 Dollar gefallen.

Vor allem die USA und Europa werfen China vor, den Yuan-Kurs niedrig zu halten und damit chinesische Waren im internationalen Handel künstlich zu verbilligen. Trichet stellte am Donnerstag klar, dass er weiter Vertrauen habe in das Versprechen der chinesischen Notenbank, die seit zwei Jahren geltende feste Bindung des Yuan an den US-Dollar wieder aufzuheben und den Wechselkurs langsam zu flexibilisieren. «Mehr als je zuvor bin ich der Meinung, dass Wechselkurse wirtschaftliche Wahrheiten widerspiegeln sollten.»