Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bank startet die Komplettübernahme der Postbank. Der Frankfurter Dax-Konzern bietet Postbank-Aktionären von Donnerstag an 25 Euro je Anteilsschein. Das Übernahmeangebot gilt bis zum 4. November, wie die Deutsche Bank AG am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Deutschlands größte Bank hält derzeit 29,95 Prozent der Postbank- Anteile und will das Bonner Institut noch in diesem Jahr voll in die Konzernrechnung aufnehmen. Am 12. September hatte die Deutsche Bank das Übernahmeangebot beschlossen. Größter Einzelaktionär der Postbank ist derzeit noch die Deutsche Post.

Die Deutsche Bank steckt Milliarden in die Übernahme. Der Löwenanteil einer am Mittwoch abgeschlossenen Kapitalerhöhung, bei der die Deutsche Bank die Rekordsumme von 10,2 Milliarden Euro einsammelte, dient zur Finanzierung des Postbank-Deals. Auf fast acht Milliarden Euro hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Mitte September den Kapitalbedarf für die Postbank-Übernahme beziffert.

Die Postbank ist ein weiterer Baustein in der Strategie der Deutschen Bank, ihr Geschäft im lukrativen deutschen Privatkundenmarkt zu stärken - nach den Zukäufen von Berliner Bank (2006), norisbank (2006) und Sal. Oppenheim (2009). Kritiker hatten dem Dax-Konzern eine zu starke Abhängigkeit vom Investmentbanking vorgehalten, das relativ großen Schwankungen unterliegt und in der jüngsten Finanzkrise vielen Großbanken herbe Verluste bescherte.   

Im Privatkundengeschäft gemeinsam mit der Postbank erwartet die Deutsche Bank mittelfristig mehr als zehn Milliarden Euro Erträge und ein jährliches Vorsteuerergebnis von mehr als drei Milliarden Euro. Bislang hatte die Deutsche Bank für 2011 einen Vorsteuergewinn von 1,5 Milliarden Euro angestrebt. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern im kombinierten Privatkundengeschäft soll bei über 20 Prozent liegen.

Pressemitteilung Deutsche Bank

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