Berlin (dpa) - Verlieren verboten heißt die Devise für Lothar Matthäus bei seinem Trainer-Einstand in Bulgarien. Auch Portugal darf sich keine weiteren Punktverluste erlauben. Entspannt gehen Weltmeister Spanien und Finalgegner Niederlande die nächsten Qualifikations-Aufgaben an.

Für Lothar Matthäus zählt beim Debüt als Nationaltrainer in Bulgarien nur ein Sieg, und auch Kollege Paulo Bento ist mit Portugal beim Kampf um ein Ticket zur Fußball- Europameisterschaft 2012 zum Erfolg verdammt. Am 3. Spieltag der EM-Qualifikation werden schon erste Weichen für das Teilnehmerfeld beim Turnier in Polen und der Ukraine gestellt. «Für uns ist das Spiel wie ein Finale», sagte Matthäus, der in dem Balkan-Land eine heikle Mission angetreten hat, vor der Partie am Freitag in Cardiff gegen Wales. Ähnlich brisant ist die Aufgabe für Bento, der die Portugiesen gegen Dänemark auf Erfolgskurs zurückführen muss. Seine Heimpremiere nach dem Gewinn des WM-Titels feiert Spanien im Match gegen Litauen.

Dass er Bulgariens erfolgreichsten Torjäger Dimitar Berbatow nicht zu einer Rückkehr ins Team bewegen konnte, erleichtert Matthäus die Aufgabe nicht gerade. Nach zwei Auftaktniederlagen gegen England und Montenegro steht der WM-Vierte von 1994 in der Gruppe G mit dem Rücken zur Wand. «Bei einem Sieg haben wir wieder eine Chance auf die WM-Teilnahme. Die wäre bei einer erneuten Niederlage schon weit weg», weiß der deutsche Rekord-Nationalspieler, dessen Vertrag bis zum Ende der EM-Ausscheidung befristet ist. «Das Spiel soll ein guter Anfang sein - für den neuen Trainer und für uns», bekräftigte der Ex- Wolfsburger Martin Petrow. Waleri Domowtschijski von Hertha BSC dürfte in Cardiff als Joker zum Zuge kommen.

Nur ein Punkt aus zwei Spielen, nun will Portugal ausgerechnet gegen «Angstgegner» Dänemark die Wende einleiten. Viele Medien sprechen bereits von der «letzten Chance». «Wir dürfen keine Fehler mehr machen», räumen Cristiano Ronaldo und der neue Coach Bento unisono ein. «Die nächsten Spiele sind nicht leicht, aber wir werden alles geben», verspricht Werder Bremens Stürmer Hugo Almeida. Doch dies dürfte nicht einfach werden, denn der letzte Erfolg gegen die Skandinavier liegt mehr als zehn Jahre zurück. Und auch Ronaldo ist kein Torgarant mehr: In den letzten 18 Begegnungen im Trikot der «Lusos» traf der ehemalige Weltfußballer ganze zwei Mal.

Nachbar Spanien zahlt jetzt für den WM-Gewinn Tribut. Gegen Litauen fallen fünf Spieler wegen Verletzungen aus, die größtenteils auf eine Überbeanspruchung zurückzuführen sind. Im Mittelfeld fehlen Xavi und Cesc Fabregas, im Angriff Pedro Rodriguez, Fernando Torres und Jesus Navas. Für die Partie in seiner Heimatstadt Salamanca holte Nationalcoach Vicente del Bosque in Aritz Aduriz und Borja Valero zwei Neulinge in seinen Kader. «Wir dürfen uns auf unseren Erfolgen nicht ausruhen», schrieb er seinen Spielern ins Stammbuch.

Russland will in Irland seine Aufholjagd starten. Doch Dick Advocaat weiß um die Schwere der Aufgabe in Dublin, wo die Kicker von der «Grünen Insel» nur eins der letzten 14 Pflichtspiele verloren haben. «Es wäre falsch, uns als Favorit zu bezeichnen», sagte der niederländische Coach vor dem Duell mit Giovanni Trapattonis Iren, die die Gruppe B mit sechs Punkten führen. Bei der Sbornaja schlägt dagegen eine 0:1-Niederlage gegen die Slowakei zu Buche.

Sportlich ist bei den Niederlanden vor dem Gastspiel in Moldau zwar alles im Lot, dafür sorgt die Ausbootung von Nigel de Jong in der «Elftal» weiter für Diskussionsstoff. «Er ist ein harter Spieler, das wissen wir alle, aber er ist auch ein guter Spieler. Deshalb ist es schade, dass er nicht dabei ist», sagte Rafael van der Vaart über seinen bei Manchester City spielenden Teamkollegen, der von Bondscoach Bert van Marwijk für die beiden nächsten Spiele der Qualifikation wegen eines brutalen Fouls in der Premier League nicht berücksichtigt wurde. De Jong hatte Newcastles Angreifer Hatem Ben Arfa kürzlich mit seiner Attacke das Bein gebrochen.