Nürnberg (dpa) - Jahrelange Betriebstreue statt Job-Hopping - Beschäftigte in Deutschland bleiben im Schnitt mehr als zehn Jahre beim selben Arbeitgeber.

Von einem Trend zum «Turbo-Arbeitsmarkt» mit häufigen Jobwechseln, wie etwa in den USA, könne in Deutschland weiterhin nicht die Rede sein, stellen Nürnberger Arbeitsmarktforscher in einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung fest. «Weder in Deutschland noch in anderen europäischen Ländern sind die Erwerbskarrieren instabiler geworden», heißt es in der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

In Deutschland hat nach IAB-Angaben die durchschnittliche Beschäftigungsdauer zwischen 1992 und 2008 sogar noch leicht zugelegt - nämlich von 10,3 auf 10,8 Jahren. Auch in den anderen europäischen Ländern sei - mit Ausnahme von Dänemark - nirgendwo ein Abwärtstrend zu beobachten. Umgekehrt blieb die sogenannte Fluktuationsrate, der Indikator für die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, seit 1993 weitgehend stabil. In Deutschland liege dieser Wert bei knapp über 30 Prozent - und damit ähnlich hoch wie in Frankreich und Italien.

Dass viele Beschäftigte dennoch das Gefühl hätten, ihr Arbeitsplatz sei unsicher, hat nach Einschätzung des IAB unter anderem mit den Arbeitsmarktreformen zu tun. Auch die wachsende Zahl der befristeten Arbeitsplätze spiele dabei eine Rolle, betont der Autor der Studie, Thomas Rhein. «Ein befristet Beschäftigter nimmt seine Situation fast zwangsläufig als unsicher wahr, selbst wenn sein Vertrag längerfristig ist oder wiederholt erneuert wird.» Zudem habe in Deutschland die Leiharbeit zugenommen; ihr Umfang sei allerdings bezogen auf die Zahl der Beschäftigten in Deutschland noch von geringer Bedeutung.

Die Studie des IAB