Toulouse (dpa) - Internet per Satellitenschüssel soll vom kommenden Jahr an deutlich schneller und günstiger werden. Die französische Gruppe Eutelsat schickt im Dezember einen neuen Hochleistungssatelliten ins All, der die Kapazität von bis zu 40 herkömmlichen TV-Satelliten haben wird.

«Rund 13 Millionen Haushalte in Europa bekommen über herkömmliche terrestrische Technik derzeit keinen schnellen Zugang zum Internet», sagte der für das Projekt zuständige Eutelsat-Direktor Jean-François Fremaux am Donnerstag in Toulouse bei der Vorstellung des Satelliten. Auch in Deutschland gibt es noch immer noch zahlreiche Haushalte im ländlichen Raum, die keinen schnellen Zugang zum Internet bekommen. Telekom-Konzerne setzen vor allem auf die nächste Mobilfunk- Generation LTE, um die Lücke zu füllen.

Der von Astrium gebaute Satellit wird der erste in Europa sein, der ausschließlich mit sogenannten Ka-Band-Frequenzen arbeitet. Diese sollen dem Internetnutzer Download-Raten von 10 Megabit pro Sekunde und Upload-Geschwindigkeiten bis zu 4 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Als schnelle Internetverbindungen gelten in Deutschland alle, die eine Datenübertragungsrate von mindestens einem Megabit pro Sekunde haben.

Der Internetzugang über den Ka-Sat genannten Satelliten soll in Deutschland von April 2011 an möglich sein. Die Kosten werden nach Angaben von Eutelsat in etwa denen eines normalen DSL-Anschlusses entsprechen.