Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds IWF und die Weltbank warnen vor den Folgen eines Währungs-Abwertungswettlaufs und mahnen eine stärkere globale Zusammenarbeit an.

«Es ist wahr, dass viele (Länder) ihre Währungen als Waffe betrachten», sagte IWF- Direktor Dominique Strauss-Kahn am Donnerstag in Washington. «Und das geschieht bestimmt nicht zum Besten der Weltwirtschaft», sagte er vor Beginn der Jahrestagung von Fonds und Weltbank am Freitag. Unterdessen kritisierten die armen Staaten und Schwellenländer der G24 den Sparkurs reicher Nationen.

IWF-Direktor Strauss-Kahn betonte, der Weltwährungsfonds sei «der richtige Ort» sei, um Währungsstreitigkeiten zu behandeln. Er schlug außerdem eine «Art systemweite Stabilitäts-Initiative» vor, ohne Details zu nennnen. Der IWF-Chef dämpfte Hoffnungen auf schnelle Ergebnisse. «Dieses Problem wird man nicht in fünf Minuten lösen können.»

Auch Weltbank-Präsident Robert Zoellick zeigte sich besorgt. «Heute erleben wir Spannung durch die Währungsfrage. Spannungen können zu Ärger führen, wenn nicht angemessen mit ihnen umgegangen wird.» Deshalb sei gerade jetzt nicht die Zeit, «sich von einer weltweiten Zusammenarbeit abzuwenden», mahnte Zoellick.

Ähnlich äußerte sich Strauss-Kahn. Auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise sei die internationale Zusammenarbeit wie etwa auf den Gipfeln der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) in London oder Pittsburgh 2009 hervorragend gewesen. Inzwischen könne man zwar nicht sagen, dass die Kooperation im Verschwinden begriffen sei, «aber sie nimmt ab, und das ist eine echte Gefahr», klagte der Franzose. Strauss-Kahn wandte sich außerdem gegen den Begriff «Währungskrieg»: «Das ist mir ein bisschen zu militaristisch.»

Vor allem China wird wegen seiner Politik kritisiert, seine Währung niedrig zu halten und damit chinesische Waren im internationalen Handel künstlich zu verbilligen. Auch Japan hält seine Währung Yen gegenüber dem Dollar für überbewertet und geht dagegen vor. Zudem hat die amerikanische Notenbank Fed die Möglichkeit neue Maßnahmen zur Stützung der brüchigen US-Konjunktur angekündigt. Das verbilligt den US-Dollar, auch gegenüber dem Euro.

Die Geschichte zeige, dass Wirtschaftspolitik auf Kosten anderer keine Zukunft habe, sagte Zoellick. Zugleich sieht er derzeitige Währungsstreitigkeiten auch als Folge des schleppenden Wachstums in Industrienationen und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit. «Wo es hohe Arbeitslosigkeit gibt, gibt es Spannungen. Das sehen wir in der Diskussionen über Währungen», meinte der Weltbank-Chef.