Nürnberg (dpa) - Für viele ältere und schwache Menschen ist eine Herz-Operation zu riskant. Als Alternative können in diesen Fällen nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) moderne Eingriffstechniken dienen.

Der medizinische Fortschritt habe das Risiko bei vielen Eingriffen gesenkt, sagte Tagungspräsident Prof. Udo Sechtem zum Auftakt der DGK-Herbsttagung am Donnerstag in Nürnberg.

Eingriffe etwa an den Herzklappen könnten mittlerweile auch von Kardiologen durchgeführt werden. «Früher musste der Herzchirurg den Brustkorb öffnen», erläuterte Sechtem. «Eine Operation unter Vollnarkose und mit längerer Beatmung kann gerade für ältere und schwache Patienten sehr belastend sein und zum Tod führen», ergänzte der in Stuttgart tätige Mediziner.

Eine undichte Mitralklappe etwa könne heute mit einem minimal- invasiven Eingriff über die Leiste «repariert» werden. Die Mitralklappe verbindet die Vor- mit der Hauptkammer des linken Herzens. Wenn sie undicht ist, leiden Patienten unter Atemnot, Erschöpfung und Herzrhythmusstörungen.

Sechtem betonte, dass diese kardiologischen Maßnahmen speziell für Patienten gedacht seien, für die eine Operation ein zu großes Risiko sei. Bei jüngeren und sonst stabilen Patienten solle ein kardiologischer Eingriff die Operation nicht ersetzen. «Wir wollen den Herzchirurgen nichts wegnehmen, es geht um die Patienten, die nicht operiert werden können.»

Auch Engstellen an mehreren Herzkranzgefäßen, sogenannte komplexe Mehrgefäßerkrankungen, können minimal-invasiv behandelt werden. Durch Katheter eingeführte Stents könnten hier eine Alternative zur Bypass- Operation sein, sagte Sechtem. «Wir denken: Patienten, die große Angst vor einer Operation haben, kann man das Stent-Verfahren nach ausführlicher Information als Alternative anbieten.»

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