Kiel (dpa) - Eine Ostsee-Fähre mit rund 240 Menschen an Bord ist vor der Insel Fehmarn nach einer Explosion in Brand geraten. Alle Passagiere und die Crew konnten gerettet werden.

Sie wurden am Samstagmorgen von dem Fährschiff «Deutschland» nach Kiel gebracht und dort ärztlich betreut. Auf dem litauischen Personen- und Frachtschiff «Lisco Gloria» war es in der Nacht auf dem Oberdeck zu einer Explosion gekommen. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, rund 20 weitere leicht. Das Schiff war auf dem Weg von Kiel ins litauische Klaipeda.

Am Morgen brannte das havarierte Schiff noch immer. Andere Schiffe beteiligten sich an den Löscharbeiten. Es waren auch vier Seenotrettungskreuzer im Einsatz, sagte ein Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). An Bord des Schiffes seien zahlreiche Lastwagen mit zum Teil gefährlicher Ladung.

Die beiden Schwerverletzte wurden von dänischen und deutschen Marinehubschraubern sofort in Krankenhäuser geflogen, berichtete die DGzRS. Die Feuerwehr in Kiel sprach von etwa 20 Leichtverletzten, die Rauchgas eingeatmet hatten.

Ein Mensch wurde nach Angaben der Kieler Wasserschutzpolizei mit einer Trage von Bord der «Deutschland» geholt, die kurz nach 6.00 Uhr im Kieler Marinestützpunkt festgemacht hatte. «Die Leute sind sehr erschöpft», sagte Revierleiter Uwe Marxen von der Wasserschutzpolizei. «Sie haben sehr schwere Stunden hinter sich.»

Die Passagiere stammten überwiegend aus baltischen Staaten und Russland, sagte Marxen. Die Verletzten wurden in Kiel von Ärzten betreut. Einige kamen in die Universitätsklinik.

Das Unglück ereignete sich sechs Seemeilen - etwa elf Kilometer - nördlich der Insel Fehmarn. Gegen Mitternacht sei es aus bislang ungeklärter Ursache zu einer Explosion auf dem Oberdeck gekommen. Große Teile der Aufbauten standen in Flammen. Die rund 200 Meter lange litauische Auto- und Personenfähre war von Kiel nach Klaipeda unterwegs.