Berlin (dpa) - Kontrastprogramm beim Trainer-Einstand in der 2. Fußball-Bundesliga: Zwei Eigentore und ein verschossener Elfmeter des VfL Osnabrück bescherten Ewald Lienen einen glücklichen 2:1-Heimsieg bei seinem Einstand in Bielefeld. «Diese Mannschaft lebt», jubelte Lienen.

Die Rettungsmission seines Kollegen Benno Möhlmann beim FC Ingolstadt begann dagegen frustrierend. Der Aufsteiger verlor 1:2 gegen den zuvor auswärts punktlosen SC Paderborn und übernahm am 12. Spieltag die Rote Laterne vom Lienen-Club. «Es hat noch nicht das gestimmt, was da sein muss», haderte Möhlmann, der «Leidenschaft und Mut» bei seiner Mannschaft vermisst hatte.

An der Tabellenspitze verpasste der MSV Duisburg in Unterzahl den Sprung auf Platz eins. Die «Zebras» mussten beim 2:2 im Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen in der 86. Spielminute den Ausgleichstreffer von Benjamin Auer hinnehmen. Damit blieb Aufsteiger Erzgebirge Aue mit 27 Punkten zumindest bis Montagabend Spitzenreiter vor Hertha BSC (26) und den Duisburgern (25). Hertha kann mit einem Heimsieg im Topspiel gegen den VfL Bochum wieder auf den Tabellenthron zurückkehren.

Nach einer Stunde Anlaufzeit ging auf dem Aachener Tivoli die Post ab. Zunächst konnte die Alemannia nach einem wuchtigen Kopfball von Marco Höger jubeln (64.). Doch der MSV glich postwendend durch Goran Sukalo per Foulelfmeter aus (67.). Dann erzielte Srdjan Baljak kurz nach der Roten Karte für seinen Teamkollegen Bruno Soares (68.) mit einem gefühlvollen Distanzschuss das umjubelte Führungstor für den MSV (71.). MSV-Trainer Milan Sasic ärgerte sich hinterher vor allem über die aus seiner Sicht «völlig unberechtigte Rote Karte».

Freuen durfte sich das Führungstrio darüber, dass es in zwei Verfolgerduellen keine Sieger gab. Energie Cottbus und 1860 München trennten sich 0:0. «Ich bin nicht unzufrieden mit dem Punkt, den müssen wir mitnehmen, wenn mal nicht so viel geht», meinte Energie-Torjäger Nils Petersen. Auch das bayerische Derby zwischen Greuther Fürth und dem FC Augsburg war beim 1:1 ohne Gewinner geblieben. Der FSV Frankfurt pirscht sich dagegen vor, ist nach dem 2:1-Heimsieg gegen Union Berlin schon Tabellenfünfter.

Tief gestapelt wird weiterhin in Aue, auch wenn der Aufsteiger nach dem 1:1 beim Karlsruher SC zumindest bis Montagabend die Tabellenführung übernommen hat. «Wir haben einen Punkt erkämpft, darüber bin ich froh», sagte Trainer Rico Schmitt. Trotz des Spitzenplatzes und 27 Zählern gehe es für Erzgebirge aber weiter «um nichts anderes» als den Klassenverbleib, erklärte Schmitt.

Einen kuriosen Einstandssieg feierte Ewald Lienen in Bielefeld. «Elfmeter, Eigentor, Pfosten. So ein Drehbuch kann man eigentlich nicht schreiben», meinte der 56-Jährige nach dem zweiten Saisonsieg der Arminia. Zwei Osnabrücker Eigentore durch Tobias Nickenig und Niels Hansen bescherten Linien das Erfolgserlebnis. Nicky Adler, der die Gäste in Führung geschossen hatte, scheiterte zudem beim Stand von 1:1 mit einem Foulelfmeter an Arminia-Keeper Dennis Eilhoff.