Bremen (dpa) - Eine Nullnummer als Hoffnungszeichen - so weit ist es bei Werder Bremen schon gekommen. Die Krise ist offensichtlich so tiefgreifend, dass nach dem torlosen Remis gegen Eintracht Frankfurt die Erleichterung das vorherrschende Gefühl war.

«Vielleicht sind wir jetzt schon raus», formulierte Clubchef Klaus Allofs betont vorsichtig: «Das war vielleicht das Signal.» Zur Entwarnung besteht in der Tat kein Grund, denn von den eigenen Ansprüchen sind die sonst so oft begeisternden Bremer weiterhin weit entfernt.

Ein Befreiungsschlag war das 0:0 sicher nicht, zumindest aber setzte die Mannschaft mit ihrem Auftreten ein deutliches Zeichen. Sechs Tage nach dem trostlosen und peinlichen 0:6-Desaster in Stuttgart kämpfte die Werder-Elf, zeigte Leidenschaft und Geschlossenheit. Das ist mehr als zuletzt, aber Allofs selber schränkte ein: «Wir haben andere Ansprüche. Bei unseren Saisonzielen würde man normalerweise nach einem 0:0 mit langem Gesicht dasitzen.»

Die Bremer waren das bessere Team, sogar spielerisch überlegen und mit den größeren Torchancen. Dennoch reichte es nicht zu drei Punkten gegen die verhaltenen Frankfurter. «Wir müssen den Punkt im Stillen mitnehmen, stolz können wir darauf nicht sein», kommentierte Werders Nationalverteidiger Per Mertesacker: «Ich veranstalte heute bestimmt keine Party, weil wir mal wieder zu null gespielt haben.»

Es ist eine neue Bescheidenheit eingekehrt bei den Bremern. «Nach den ganzen Niederlagen konnte man nicht erwarten, dass wir gleich glänzen», sagte Torsten Frings. Und der Kapitän gab sogleich die Losung aus: «Wir müssen weiter kämpfen bis zum Umfallen.»

Das taten sie gegen die Frankfurter, die nicht an die Form der Vorwochen anknüpfen konnten und bezeichnenderweise in Torwart Oka Nikolov den besten Mann besaßen. «Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt», sagte Trainer Thomas Schaaf. Mit zusätzlichen Einheiten, Gesprächen und taktischen Analysen hatten die Bremer auf die Probleme der vergangenen Wochen reagiert. Nicht mit der branchenüblichen Reaktionen. «Wir haben heute gut und engagiert gespielt. Daran sieht man, dass der Trainer uns noch erreicht», erklärte Marko Marin.

Ob es ein Neuanfang war?. «Das war ein guter Start», sagte Schaaf, der nach dem Punktgewinn nicht über die Turbulenzen der vergangenen Woche reden wollte. «Wir haben besser agiert, aber es lief noch nicht alles rund», sagte er: «Wir müssen da weiter machen.»