Berlin (dpa) - Bundestrainer Joachim Löw reist trotz der Absage des verletzten Lukas Podolski mit einem «positiven Gefühl» zum Ausklang des WM-Jahres nach Schweden.

Und auch das furiose Dortmund-Quartett mit Mario Götze, Marcel Schmelzer, Kevin Großkreutz und Mats Hummels fliegt mit größtmöglicher Freude nach Göteborg. Die aus dem Takt gekommenen Mainzer Fußball-Rocker Lewis Holtby und André Schürrle müssen hingegen gleich bei ihrem ersten Ausflug mit dem A-Team auf die schon oft beschworene heilende Kraft der Nationalmannschaft setzen.

Bei Nachwuchsförderer Löw wollen die hochgejubelten Bruchweg-Boys zum Jahresausklang des WM-Dritten im Test-Länderspiel in Schweden am 17. November wieder auf den Erfolgspfad einbiegen und sich für weitere Berufungen empfehlen. «Diese Erfahrung wird uns gut tun, das gibt Selbstvertrauen», sagte Schürrle nach der Nominierung. Nur kurz wurde der verhängte Mainzer «Maulkorb» für die Jungstars abgelegt. Nach dem alles andere als aufbauenden 0:1 gegen Hannover 96 zogen sich Holtby und Schürrle wieder wortlos zurück.

Vor dem Duell im Ullevi-Stadion können sich die Junioren allerdings doch keine Tipps von einem prominenten Kollegen holen, wie eine Vereinskrise im DFB-Trikot abgestreift werden kann. Podolski sagte die Schweden-Reise am Sonntag wegen einer Knöchelverletzung ab. Der Offensivmann muss in Köln über den Vereinsfrust beim Bundesliga- Schlusslicht hinwegkommen. Ebenfalls fehlen wird Sascha Riether. Der Verteidiger vom VfL Wolfsburg musste am Sonntag wegen seiner Innenbandverletzung passen, so dass Löw noch 20 Akteure im Kader hat.

Zu viel Energie wird Löw allerdings nicht auf seine Sorgenkinder verwenden können. Testen, testen, testen lautet nämlich sein Motto in den drei Tagen am Kattegatt. Vor dem Schaulaufen der Talente weckt er große Hoffnungen. «Sie haben sich durch überzeugende und kontinuierliche Leistungen in der Bundesliga für die Einladung empfohlen und können in naher Zukunft international den Sprung schaffen», begründete der DFB-Chefcoach seine Auswahl.

«Das sind Spieler, bei denen man das Gefühl hat, dass sie ihren Beruf und ihre Karriere sehr, sehr ernst nehmen. Sie sind ehrgeizig, gewissenhaft und haben klare Vorstellungen davon, wie es mit ihnen in ihrem Leben weitergehen soll, sagte Löw der «Welt am Sonntag».

Ein Selbstläufer Richtung große Karriere ist die Premieren- Nominierung aber nicht. Warnende Beispiele für gescheiterte Personal- Experimente gibt es auch in der Ära Löw. Exakt vor zwei Jahren kam Marvin Compper vom damaligen Überraschungs-Spitzenreiter 1899 Hoffenheim gegen England (1:2) ins Team - er blieb eine Eintagsfliege auf der linken Abwehrseite.