Levi (dpa) - Den entscheidenden Tipp erhielt Fritz Dopfer über das Funkgerät. Nur wenige Minuten nach seinem ernüchternden Slalom-Aus präsentierte sich Felix Neureuther als Teamspieler und warnte den Mannschaftskameraden vor der Schlüsselstelle auf dem Hang im finnischen Levi.

Gut informiert fuhr Dopfer mit einer überraschend starken Leistung als 14. beim Sieg des Franzosen Jean- Baptiste Grange im finnischen Levi sein bestes Karriere-Resultat ein. «Er hat mir raufgefunkt: Da muss du unbedingt aufpassen», bedankte sich der 23-Jährige, der seine Premiere in einem Slalom-Finale mit Bravour bestand. «Ich bin sehr froh, dass ich das zum ersten Mal geschafft habe.»

Nachdem Neureuther bereits im ersten Durchgang als 38. ausgeschieden war, verfolgte der zweifache Weltcup-Sieger die Fahrt Dopfers mit anerkennenden Nicken im Zielraum. «Es war eine richtig gute Leistung, die er gebracht hat.» Hatte der Partenkirchener im Vorjahr noch einen «ängstlichen» Auftritt in Lappland beklagt, brachte er sich nun bereits nach 23 Sekunden durch einen Patzer mit artistischer Einlage um die gewünschte Top-Platzierung. «Mit Levi hab ich noch keinen Frieden schließen können», haderte Neureuther.

Nach guten Trainingsleistungen hatte auch sein Trainer mehr erhofft. «Das ist bitter, weil man gesehen hat, wie gut er im Training ist. Den Fehler macht er nicht zum ersten Mal. Ich hoffe, aber zum letzten Mal», sagte Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel. «Zu forsch, taktisch zu unklug» sei Neureuther seinen Lauf angegangen, doch knapp drei Monate vor den Heim-Weltmeisterschaften in Garmisch- Partenkirchen sieht der neue Coach seinen Vorzeige-Athleten weiter in starker mentaler Verfassung: «Ich denke, dass er das gut wegsteckt.»

Mit seinem Platz unter den besten 15 beim Sieg von Grange vor André Myhrer aus Schweden sicherte sich Dopfer die halbe WM- Qualifikation und dem Team des Deutschen Skiverbands einen dritten Slalom-Startplatz. «Das Ergebnis ist für Fritz sehr, sehr erfreulich. Endlich haben wir mal einen zweiten außer dem Felix im Slalom in den Top-15», freute sich Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Dritter wurde der Kroate Ivica Kostelic.

Nachdem Dopfer bereits im Riesenslalom von Sölden vor drei Wochen den später abgesagten zweiten Durchgang erreicht hatte, stellte er erneut unter Beweis, dass das deutsche Herren-Team vielleicht bald keine One-Man-Show mehr ist. «Er ist als Persönlichkeit gereift», sagte Waibel über den Deutsch-Österreicher, «jetzt muss er sich noch eine bessere Startnummer erarbeiten.» Dass ein früher Start nicht immer von Vorteil ist, erfuhr indes Neureuther. In Levi mussten er und Julien Lizeroux als erste auf die Piste. «Wir waren ein bisschen die Crash-Test-Dummies», klagte er.