Sinsheim (dpa) - Abstiegskandidat SC Freiburg ist dank eines Last-Minute-Treffers von Torjäger Papiss Demba Cissé weiter auf dem Höhenflug und grüßt jetzt vom vierten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga.

Der Senegalese schockte 1899 Hoffenheim beim glücklichen 1:0 (0:0) im Baden-Derby mit seinem zehnten Saisontor und schoss die Breisgauer auf einen Europapokalplatz. «Ich hätte durchaus Grund, euphorisch zu sein», meinte lächelnd Trainer Robin Dutt, dessen Team sich nun gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund beweisen darf.

Vor 30 150 Zuschauern hatten die Hoffenheimer das Spiel lange Zeit im Griff, konnten die Überlegenheit jedoch nicht nutzen und schauten am Ende dumm aus der Wäsche. Demba Ba vergab nach einem Alleingang in der 77. Minute die größte Chance für das Heimteam. «Es ist einfach scheiße. Wenn man mit so einem dummen Gegentor verliert, ist das ärgerlich», haderte 1899-Verteidiger Andreas Beck.

Stinksauer auf seine Mannschaft war 1899-Trainer Ralf Rangnick. «Wenn wir beim letzten Abschlag zuschauen, wie der Ball kommt, wie er aufspringt und dabei nur denken, dass es eigentlich enttäuschend ist, dass es 0:0 steht - das ist schon fahrlässig», kritisierte er die entscheidende Szene. «Es ist unglaublich, wie wir es schaffen, die Zeitpunkte der Gegentore immer weiter nach hinten zu verlegen.»

90 Minuten lang war das Torphänomen Cissé kaum zu sehen und schlug dann doch wieder eiskalt zu. Mit einer Körpertäuschung ließ er Beck stehen und entschied auch das senegalesische Duell der Torjäger mit Ba für sich. «Papiss hat eine wahnsinnige Technik. Er gibt immer Vollgas», lobte der überragende Torwart Oliver Baumann.

Der Geniestreich von Cissé lässt die Freiburger Zuversicht vor dem Spitzenspiel gegen Dortmund wachsen und stürzte Hoffenheim ins Unglück. «Da hat sich der eine auf den anderen verlassen. Wir waren fünf gegen zwei in Überzahl, das darf nicht passieren», kritisierte Abwehrspieler Marvin Compper. Dutt wollte partout nicht nur Cissé herausheben, sondern lobte auch Baumann und den eingewechselten Vorbereiter Stefan Reisinger in höchsten Tönen. Und Cissé meinte: «Ich bin sehr glücklich, aber ich gebe das Kompliment an unsere Abwehr weiter.»

Die Flügelzange Boris Vukcevic und Gylfi Sigurdsson kurbelte das Hoffenheimer Angriffsspiel in der ersten Halbzeit mächtig an, doch in einer laufintensiven Begegnung fehlten bis kurz vor dem Schlusspfiff die großen Momente. Bei seinem zweiten Startelf-Einsatz scheiterte Sigurdsson (5./16.) zweimal an Freiburgs Baumann. Beim dritten Versuch des 4,5-Millionen-Neuzugangs aus 15 Metern (21.) schaute der SC-Keeper nur hinterher, doch der Ball knallte von der Unterkante der Latte zurück ins Feld.