Paris/Dijon (dpa) - Rauchgeschwärzte Fassade, qualmende Holzrahmen: In einem Ausländerwohnheim in Frankreich sind in einem Flammeninferno sieben Menschen ums Leben gekommen.

«Die Flammen waren überall, ich habe mein Baby gegriffen und bin einfach losgerannt» sagte eine traumatisierte Afrikanerin mit tränenerstickter Stimme einem TV-Reporter. Die Behörden rätseln, ob es sich um Brandstiftung oder einen Unfall handelt, und ordneten eine Untersuchung an.

Zwei der Heimbewohner stürzten sich in panischer Angst vor den Flammen aus dem Fenster und kamen ums Leben, wie die Behörden mitteilten. Die übrigen Opfer starben an einer Rauchgasvergiftung. Elf Bewohner wurden schwer verletzt, darunter vier Kinder. 130 Menschen erlitten leichte Verletzungen.

Nach Behördenangaben war der Brand in der ostfranzösischen Stadt Dijon in einem Mülleimer ausgebrochen. Die Flammen griffen schnell auf die verkleidete Fassade des frei stehenden neunstöckigen Hochhauses «Fontaine d'Ouche» über.

«Die Feuerwehr wurde gerufen, weil ein Mülleimer auf einem öffentlichen Weg brannte», sagte Jean-Louis Marc von der regionalen CODIS-Rettungsleitstelle. Was die Feuerwehrleute dann zehn Minuten später sahen, löste umgehend einen Großalarm aus: Die gesamte Fassade des Wohnheims für ausländische Arbeiter stand in Flammen.

Dichter Rauch quoll aus den Fenstern, aus denen sich Bewohner verzweifelt zu retten versuchten. Der Qualm erschwerte den Einsatz. «Alles ging sehr schnell, überall war Rauch», sagte ein Bewohner. Andere berichteten über Schreie und Chaos in den mit Rauch gefüllten Treppenfluren.

Obwohl knapp 100 Feuerwehrmänner im Einsatz waren, kam für sieben Menschen jede Hilfe zu spät. Die meisten Leichtverletzten erlitten Rauchvergiftungen, sagte Marc. Nach seinen Angaben mussten auch drei Feuerwehrleute medizinisch behandelt werden.